Kolik: Ursachen, Therapie, Operation

Kolik - Das passiert bei der OP

20 bis 30 Prozent der Pferde mit Kolik müssen unters Messer. Die Operation ist teuer und keine Garantie, dass es dem Patienten danach besser geht. So treffen Reiter die richtige Entscheidung.

Fotostrecke: Nachtschicht: Bilder aus der Pferdeklinik

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Pferdekliniken Notdienste Medizin Koliken Foto: Kraufmann
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Vorbereitung der Kolik-OP:

Das Pferd wird in Narkose gelegt. Damit es sich beim Fallen möglichst nicht verletzt, ist die Box gut gepolstert. Anschließend wird das Tier mit einem Kran in den OP-Raum gebracht und in Rückenlage auf den Behandlungstisch platziert. Ein Gummischlauch in der Luftröhre dient zur Beatmung während der OP. Der Bauch wird gründlich geschoren, gewaschen, desinfiziert und das Pferd mit sterilen Tüchern abgedeckt.

Schnitt am Bauch:

Der Chirurg durchtrennt mit einem Skalpell meist entlang der Mittellinie Haut- und Muskelschicht sowie das Bauchfell. Der Schnitt ist zirka 15 bis 30 Zentimeter lang. Jetzt kann der Tierarzt die Organe gut abtasten und anschauen. Je nach Beschwerden werden abgestorbene Abschnitte entfernt (der Dünndarm kann bis zu sieben Meter gekürzt werden!), gedrehte Teile zurechtgerückt oder beispielsweise Gas abgesaugt. Assistenten halten den Darm währenddessen mit steriler Kochsalzlösung feucht, damit er nicht austrocknet.

Bauchschnitt nähen:

Der Tierarzt verschließt den Bauch. Besonders heikel und wichtig ist die Naht der Muskelschicht, da sie die ganze Last des Bauchs tragen muss. Im Normalfall dauert eine Kolik-OP eineinhalb bis drei Stunden. Das Pferd wird danach in eine Aufwachbox gebracht. Geht es dem Tier gut, zieht es in eine normale Box um. Insgesamt bleibt das Pferd ein bis zwei Wochen in der Klinik zur Behandlung und Beobachtung. „Wenn man Angst um die Naht hat, weil es ein besonders großer Schnitt oder das Pferd sehr schwer ist, ziehen wir den Tieren gerne einen speziellen Bauchgurt oder sogar einen Ganzkörperanzug für einige Tage an“, sagt Dr. Tim Steinberg. Nach rund zehn Tagen werden die Fäden gezogen, sofern keine resorbierbare Naht verwendet wurde. Diese würde sich von selbst auflösen.

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15.09.2015
Autor: Redaktion CAVALLO
© CAVALLO
Ausgabe 10 / 2015/2015