Kolik: Ursachen, Therapie, Operation

Kolik - Überlebenschancen bei OP?

20 bis 30 Prozent der Pferde mit Kolik müssen unters Messer. Die Operation ist teuer und keine Garantie, dass es dem Patienten danach besser geht. So treffen Reiter die richtige Entscheidung.

Fotostrecke: Nachtschicht: Bilder aus der Pferdeklinik

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Pferdekliniken Notdienste Medizin Koliken Foto: Kraufmann
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Wie hoch ist die Überlebenschance fürs Pferd?

Diese Einschätzung ist sehr individuell und komplex. Entscheidend dafür sind unter anderem Herzfrequenz, Kreislauf- sowie Blutwerte bei Ankunft in der Klinik. „Je höher die Herzfrequenz, desto schlechter die Prognose“, sagt Dr. Bianca Schwarz. Der wichtigste Faktor für die Tierärztin: Liegt eine Blutvergiftung vor? „Je stärker diese Endotoxämie ist, desto schlechter die Langzeitprognose.“ Jedoch sollte aus dem Abweichen eines einzelnen Laborparameters nicht grundsätzlich auf eine ungünstige Prognose geschlossen werden.

Es kommt immer aufs Pferd an. Das Alter hat übrigens keinen Einfluss auf die Einschätzung der Ärzte. „Beachtet werden müssen im Einzelfall jedoch gleichzeitig bestehende schwerwiegende Erkrankungen“, sagt Bianca Schwarz. Die Überlebenschancen steigen, wenn das Pferd schnell behandelt wird. Je kürzer eine Darmverschlingung besteht, desto geringer ist das Risiko, dass Darmabschnitte abgetrennt werden müssen, was zu Komplikationen nach der OP führen kann. Die sicherste Einschätzung kann der Arzt erst geben, wenn der Pferdebauch geöffnet ist und er den ganzen Schaden sieht. „Bis zu diesem Zeitpunkt kostet die Untersuchung zirka 800 bis 1000 Euro“, sagt Dr. Tim Steinberg. An diesem Punkt kann der Besitzer immer noch entscheiden, ob er sein Pferd operieren lassen möchte – oder nicht.

Wie viele Patienten müssen mehrfach unters Messer?

Ein einmal opertierter Koliker liegt bald wieder auf dem OP-Tisch, glauben viele Pferdebesitzer. Tatsächlich ist das die Ausnahme. Tierärzte beobachten jedoch diese beiden Phänomene: „Bei bestimmten Arten von Dickdarmverlagerungen weiß man, dass die Pferde zu wiederkehrenden Dickdarmverlagerungen neigen“, sagt Dr. Bianca Schwarz. „Daran ändert auch die Operation nichts.“ Auch koppende Tiere haben generell ein erhöhtes Kolikrisiko was die Wahrscheinlichkeit für weitere Operationen erhöht.

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15.09.2015
Autor: Redaktion CAVALLO
© CAVALLO
Ausgabe 10/2015