Sommerekzem & Co: Hautkrankheiten bei Pferden

Kranke Haut durch Viren, Baktrien und Pilze

Ein Fettfilm und ein Haufen toter Hornzellen – das ist kurz erklärt die Pferdehaut. Sie schützt vor Witterung und Parasiten und leistet einiges. Wie entstehen Krankheiten wie das Sommerekzem, welche Gefahr stellen Bakterien, Viren und Pilzen dar?

 

CAVALLO Pferdehaut Sommerekzem
Foto: Rädlein Viren machen Warzen. Sind sie verheilt, ist das Pferd künftig immun dagegen.

Ist die Haut erst einmal mürbe, nisten sich schnell weitere unerwünschte Gäste ein. Infektionen oder Verletzungen, nasses Wetter, dauernd feuchtes Fell unter Sätteln oder Decken schaffen für die Pilze Trichophyton und Microsporum ideale Bedingungen. Auch der Mensch begünstigt das Wachstum von Pilzen mit seinem Putzfimmel. „Die größte Gefahr für die Haut ist übertriebene Hygiene, also Waschen mit Shampoos“, warnt Böhms Hannoveraner Kollege und Haut-Experte Professor Wilfried Meyer. „Das zerstört den Fettfilm und damit die Abwehr.“

Daß in deutschen Ställen zuviel geschrubbt wird, vermuten Meyer und seine Mitarbeiter schon länger. Vor zwei Jahren starteten sie mit Hilfe von CAVALLO eine Umfrage nach Putz-Praktiken. Beim ersten Auswerten der Fragebögen blieb den Wissenschaftlern fast die Spucke weg. „Es gibt sogar Leute, die ihre Pferde mit Scheuersand bürsten.“ Wer der Haut Gutes tun will, sollte lieber Paddocks drainieren und gründlicher misten. Gerade im Schlamm und in nassen Boxen wimmeln Fusobakterien, Staphylokokken und Streptokokken, die neben Dermatophilus die aufgeweichte Haut der Fesselbeugen stürmen – eine schrundige, eitrige Mauke entsteht. Angriffe toben nicht nur am Boden, sondern auch in der Luft. Der Stich der Culicoides-Mücken läßt immer mehr Pferde aus der Haut fahren – sie bekommen Sommerekzem. Scheuern sich solche Allergiker Schweifrübe und Mähnenkamm blutig, handeln sie sich oft noch eine bakterielle Sekundärinfektion ein.

Dasselbe passiert, wenn winzige orangefarbene Herbstgrasmilben auf der Weide die Haut an Beinen und Kopf anbohren und nässende, juckende Schrunden hinterlassen. Auch im Schlepp des Equinen Papova-Virus, das jungen Pferden blumenkohlartige Warzen ans Maul zaubert, fühlen sich Bakterien wohl.

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11.07.2012
Autor: Redaktion CAVALLO
© CAVALLO
Ausgabe 09/2000