Medical Training: So bereiten Reiter ihre Pferde auf Tierarzt-Besuche vor

Pferde als zahmer Patient


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CAVALLO Medical Training Tierarzt Pferdemedizin
Foto: Lisa Rädlein

 

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Schluss mit zappelnden Pferden beim Tierarzt: Machen Sie es wie die Profis im Zoo. Mit Medical Training bereiten Sie Ihr Pferd spielend auf Behandlungen vor.

 

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Foto: Lisa Rädlein Tierärztin Dr. Tessa Lohe simuliert mit einem Weidezaungriff eine Augenuntersuchung an Wallach Spacy.

Delphine lassen sich den Bauch schallen, Orang Utans strecken den Arm zur Blutprobe hin, Elefanten öffnen das Maul zur Zahnkontrolle: Medical Training macht‘s möglich, dass wilde Tiere sich kreuzbrav vom Doc behandeln lassen. Und Pferde? Die zappeln, steigen und sind oft total gestresst, wenn der Tierarzt kommt oder der Reiter selbst nur eine simple Wurmkur geben will. Schluss damit: Eine Zootierärztin und eine Pferdetrainerin zeigen, wie Reiter ihre Pferde zu kooperativen Patienten machen, ganz ohne Druck und Zwang. Der Clou: Das Training hilft auch beim täglichen Umgang, macht Spaß und verbessert obendrein das Verhältnis zwischen Pferd und Reiter.

Üben bis der Arzt kommt, ist in fortschrittlichen Zoos keine Seltenheit mehr. „Bei Wildtieren hat man im Gegensatz zu Pferden nur zwei Möglichkeiten: Entweder man legt sie selbst für eine einfache Blutabnahme in Narkose oder bringt ihnen bei, eine Behandlung freiwillig zu tolerieren“, sagt Dr. Tessa Lohe, Tierärztin im Heidelberger Zoo. Doch wie lernt eine mächtige Mähnenrobbe, der Ärztin ihre Flosse zum Piksen hinzuhalten? Mit positiver Verstärkung. Reiter kennen das Prinzip aus dem Clickertraining. Der Ausbilder clickert oder pfeift, wenn das Tier ein gewünschtes Verhalten zeigt und gibt ihm dafür ein Leckerchen als Belohnung. Das Basistraining ist bei Pferd, Elefant, Schildkröte oder Seelöwe gleich.

Um das Tier zu dirigieren, setzen Zootiertrainer oft Zielobjekte, sogenannte Targets ein. Die Seelöwen im Heidelberger Zoo haben gelernt, mit dem Target vor der Nase ruhig am Boden liegenzubleiben, während der Tierarzt etwa den Stau-Schlauch fürs Blutabnehmen um eine Flosse schlingt.

Der Stock macht ebenso Elefanten mobil. „Foot, Thai“, sagt Trainer Tobias Kremer. Der graue Zweitonner folgt mit seinem Hinterbein brav dem Stab in Kremers Hand und legt es zur Fußpflege auf dem Gitter ab. Trainiert wird täglich mit den pubertierenden Bullen, die seit 2010 in der Junggesellengruppe des Zoos leben – wie Junghengste nach dem Absetzen. Bis die Elefanten artig Fuß gaben, dauerte es zwischen zwei Wochen und zwei Monaten.

Geduld und Einfühlungsvermögen sind wesentlich für den Erfolg – bei Pferden wie Wildtieren. „Machen Sie nicht zu früh ernst mit unangenehmen Behandlungen, sonst wirft Sie das ein paar Wochen zurück“, rät die Zootierärztin.

Gute Trainer haben stets die Tagesform des Tiers im Blick. Selbst Musterschüler konzentrieren sich nicht immer. „Wenn bei Mähnenrobbenbulle Atos die Hormone wegen einer Seelöwin verrücktspielen, frage ich nur die Sachen ab, die er am liebsten macht“, sagt Jörg Kubacki, Leiter des Reviers Robben & Raubtiere. Schon gibt‘s Fisch.

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Pferde reiten Reitsport CAVALLO Foto: VetSuisse Zürich
Pferde reiten Reitsport CAVALLO Foto: Privat
Pferde reiten Reitsport CAVALLO Foto: VetSuisse Zürich

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CAVALLO Ultraschall Foto: Tierklinik Partners
CAVALLO Ultraschall Foto: Tierklinik Partners
CAVALLO Ultraschall Foto: Tierklinik Partners
09.11.2012
Autor: Linda Krüger
© CAVALLO
Ausgabe 03/2012