Narkolepsie: Symptome Ursachen Behandlung

Narkolepsie - Familiäre Form

Die mysteriöse Schlafkrankheit trifft Fohlen und ältere Pferde. Sie stürzen plötzlich im Stehen oder Gehen zu Boden. Was löst die Anfälle aus?

Bei der familiären Form der Narkolepsie gilt eine erbliche Genmutation am Hypocretin-Rezeptor-Gen 2 als Auslöser. Die Hypocretin-Konzentration ist in diesen Fällen normal. Den betroffenen Tieren oder Menschen fehlt nur quasi der Empfänger (Rezeptor) für den Botenstoff, so dass dieser nicht wirken kann.

Bei dem drei Monate alten Isländer-Fohlen, das Dr. Andrea Bathen-Nöthen untersuchte, fand sie keine verringerten Hypocretin-Werte im Vergleich zu zwei gesunden Kontrollpferden (acht Monate und zehn Jahre alt) sowie zu den Referenzwerten bei Menschen und Hunden. Klar ist jedoch, dass Tierärzte bisher wenig über diese Marker bei Pferden wissen. „Meine Studie dürfte die erste überhaupt gewesen sein, in der die Hypocretin-Konzentration in der Gehirn- und Rückmarksflüssigkeit (Liquor Cerebrospinalis) beim Pferd gemessen wurde“, sagt Bathen-Nöthen.

Die familiäre Form von Narkolepsie (Fälle sind bei Menschen, Hunden und Miniatur-Ponys dokumentiert) ist bei Islandpferden nicht bekannt. „Die Analyse des Pedigrees des Fohlens ergab auch keine Hinweise darauf, dass verwandte Tiere ebenfalls unter Narkolepsie litten“, sagt Bathen-Nöthen. Aus der Anpaarung der Elterntiere des Fohlens im kommenden Jahr ging zudem ein normales Jungtier hervor.

„Möglicherweise ist Narkolepsie ohne Kataplexie nur ein frühes Stadium, und im weiteren Verlauf der Krankheit kommt auch der Verlust des Muskeltonus hinzu“, folgert Dr. Andrea Bathen-Nöthen aus der Fallstudie des Isländer-Fohlens, die sie vor einem Jahr im Journal des American College of Veterinary Internal Medicine veröffentlichte.


28.03.2014
Autor: Linda Krüger
© CAVALLO
Ausgabe 10/2010