Narkolepsie: Symptome Ursachen Behandlung

Narkolepsie bei Pferden - Behandlung

Die mysteriöse Schlafkrankheit trifft Fohlen und ältere Pferde. Sie stürzen plötzlich im Stehen oder Gehen zu Boden. Was löst die Anfälle aus?

Pferde, die an Narkolepsie leiden, verletzten sich sehr oft, weil sie unkoordiniert stürzen. Vor allem im Bereich der Vorder- und Hinterbeine haben sie immer wieder Wunden, hauptsächlich an den Fesselgelenken, der Vorderfußwurzel und am Sprunggelenk. Immer wieder gehen diese Pferde lahm, weil sie auf die Gelenke stürzen. Der Kopf ist ebenfalls häufig betroffen. Bevor der Besitzer des erkrankten Pferds einen Anfall miterlebt, wundert er sich oft nur über diese Wunden und hält sie vielleicht für Trittverletzungen.

Gefährlich wird die Situation vor allem bei Tieren, die aufgrund von Kataplexie plötzlich komplett zusammensacken. Ein Mensch, der daneben steht, kann leicht schwer verletzt werden, wenn das Tier unkontrolliert stürzt.

Verliert das Pferd die Kontrolle über seinen Körper, ist Einschläfern die einzige Alternative, bevor das Tier sich selbst oder Menschen schwer verletzt. Das Isländer-Fohlen wurde ebenfalls getötet.

„Narkolepsie bei Pferden kann mit Imipramin behandelt werden“, sagt die Neurologin. Das Psychopharmakon wird bei Menschen zur Therapie von Depressionen und bei chronischen Schmerzzuständen angewendet. Der Wirkstoff verstärkt die Wirkung bestimmter Neurotransmitter wie Noradrenalin, die für den Schlafrhythmus eine Rolle spielen. „Ob und inwieweit sich die Symptome bessern, lässt sich nicht sicher abschätzen“, sagt Bathen-Nöthen. Zuviel versprechen sollten sich Besitzer betroffener Pferde jedenfalls nicht.

„Das komplexe Zusammenspiel der Botenstoffe, die den Schlaf steuern, lässt sich künstlich über Medikamente nicht vollständig nachbilden“, betont die Tierärztin. Bei manchen Pferden schlägt die Therapie auch gar nicht an; oder die Symptome verbessern sich nicht so stark, dass das Pferd sich sicher auf den Beinen halten kann. Dann ist Einschläfern das Beste zum Wohl des Tiers. Falls die Therapie anschlägt, ist das Pferd lebenslang auf das Medikament angewiesen, das dreimal täglich übers Maul verabreicht wird. Die möglichen Nebenwirkungen sind gravierend: Dazu zählen vor allem Herz-Kreislauf-Probleme und Kolik.

Es gibt weder eine alternative Behandlung noch eine Vorbeugung.


28.03.2014
Autor: Linda Krüger
© CAVALLO
Ausgabe 10/2010