Osteopathie für Pferde

Die Streitpunkte

Osteopathen haben unterschiedliche Ansichten zu Fragen, die sich auch viele Pferdebesitzer stellen. Welche Meinung teilen Sie beim Pro & Contra?

 

CAVALLO Barbara Welter-Böller
Foto: Udo Schönewald Osteopathen prüfen die Beweglichkeit von Gelenken.

1. Darf die Therapie dem Pferd weh tun?

Ja: TAO Equilibre & DIPO „Eine Behandlung kann nicht immer nur angenehm sein. Aber man sollte respektvoll und im Einverständnis mit dem Pferd arbeiten: Es zeigt deutlich, was richtig ist und wann es überfordert wird“, so Ilona Willebrand von TAO Equilibre. „Wenn man dem Pferd mit einem kurzen, wenn auch unangenehmen Impuls helfen kann, ist das okay“, sagt DIPO-Leiterin Schulte Wien.

Nein: Welter-Böller „Abwehrreaktionen durch Schmerz behindern den Behandlungserfolg“, sagt Schulleiterin Barbara Welter-Böller.

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CAVALLO Barbara Welter-Böller
Foto: Udo Schönewald Osteopathen prüfen die Beweglichkeit von Gelenken.

2. Medizinische Laien dürfen behandeln?

Ja: TAO Equilibre & Welter-Böller Wenn sie umfangreich ausgebildet sind. TAO Equilibre zieht den Vergleich zur Humanmedizin: Hier werden medizinische Laien (mindestens Heilpraktiker) über 1350 Stunden geschult. „Laien sind oft besonders motiviert und lernen teils intensiver als medizinische Profis“, sagt Barbara Welter-Böller.

Nein: DIPO „Ihnen fehlen die nötigen Kenntnisse. Diese kann man nicht in Wochenendkursen lernen“, sagt DIPO-Leiterin Schulte Wien. Eine Ausbildung in Wochenendkursen hält auch TAO Euqilibre für unzureichend.

 

CAVALLO Barbara Welter-Böller
Foto: Udo Schönewald Osteopathen prüfen die Beweglichkeit von Gelenken sowie den cranialen rhythmischen Impuls.

3. Ist jede Technik gleich wichtig?

Ja: Welter-Böller & TAO Equilibre „Ich brauche das Spektrum aller Techniken, um das jeweilige Problem effektiv lösen zu können“, sagt Barbara Welter-Böller. „Wer nur einen Hammer im Werkzeugkasten hat, sieht in jedem Problem den Nagel“, so TAO Euqilibre. Der Osteopath müsse auf direkte oder indirekte Techniken zurückgreifen können, je nach Patient.

Nein: DIPO „Viele Probleme kann ich mit kranio-sakraler-Osteopathie nicht lösen“, sagt Schulte Wien, die diese Technik nicht generell und nur als letzte Harmonisierung einsetzt.

4. Gelenkbewegung bis an die Grenze?

Ja: DIPO & Welter-Böller „Nur wenn ich bis ans Ende der physiologischen Bewegungsgrenze gehe, weiß ich, ob die Beweglichkeit eingeschränkt ist und kann sie wieder herstellen“, sagt Beatrix Schulte Wien. Auch Barbara Welter-Böller prüft gesunde Gelenke bis zur physiologischen Grenze.

Nein: TAO Equilibre Bei der osteopathischen Untersuchung der Gliedmaßen testen wir kleine Bewegungen; sind diese möglich, sind es in der Regel auch die großen. Bei der klassisch orthopädischen Untersuchung arbeitet man mehr an den Bewegungsgrenzen.

Fotostrecke: Pferdemedizin: Osteoporose beim Pferd

6 Bilder
Pferde reiten Reitsport CAVALLO Foto: VetSuisse Zürich
Pferde reiten Reitsport CAVALLO Foto: Privat
Pferde reiten Reitsport CAVALLO Foto: VetSuisse Zürich

04.05.2016
Autor: Cavallo
© CAVALLO
Ausgabe 07/2012