Pferde-Gesundheit: Ist Entgiften bei Pferden nötig?

Muss man den Pferdekörper von innen reinigen?

CAVALLO Pferdefutter-Preise
Foto: Slawik

Im Zweifel müssen sich Haltung, Fütterung oder Beschlag ändern.

Pferde nehmen täglich Gifte auf - beim Fressen im Stall oder Dösen auf dem Paddock. Massage, Kräuter, Nadeln, Egel oder Globuli sollen den Pferdekörper von innen reinigen. CAVALLO hat Pferde-Experten befragt. Macht Entschlacken Sinn?

Der Pferdestall liegt an einer vielbefahrenen Straße, das Heu riecht öfter muffig, und beim Entwurmen wird’s dem Reiter regelrecht schlecht, wenn er darüber nachdenkt, was für eine Chemiekeule er dem Pferd ins Maul spritzt. Da kommt die Idee ganz recht, das Tier müsse von seinen Altlasten befreit werden. Tatsächlich gibt es für Pferde ein riesiges Angebot von Entgiftungs-Mittelchen, die den Körper grundsanieren sollen. Hört sich gut an. Doch ist das nötig?

Ja, sagen Tierheilpraktiker sowie Tierärzte, die alternative Methoden als Ergänzung zur klassischen Schulmedizin einsetzen. Ihre Faustformel: Wer seinem Pferd täglich eine große Portion Kraftfutter sowie ein Mineralfutter in den Trog schüttet, es regelmäßig entwurmt und impfen lässt sowie im Sommer auf die Weide schickt, der kann davon ausgehen, dass sein Tier ab einem gewissen Alter eine Entgiftung dringend nötig hat, selbst wenn es gesund und munter wirkt. Auch bei Pferden, die kränkeln, übergewichtig sind oder andere Beschwerden plagen, soll eine Grundsanierung müde Lebensgeister wecken.

Wann sollte man den Pferdekörper von innen reinigen?

Aktueller Anlass: Ist das Fell stumpf und glanzlos, raten Experten zum Entgiften. Gleiches gilt bei Schuppen, Problemen beim Fellwechsel, schlechter Hornqualität oder einem ungewöhnlichen Leistungstief sowie für übergewichtige Tiere. Auch wenn sich Haltung, Fütterung oder Beschlag ändern, entgiften die Experten. So eine Therapie kann auch helfen, wenn das Pferd krank ist (Infektionen, Sehnenprobleme, Hufrehe, Kolik, Zahnbehandlung, Atemwegserkrankungen, Mauke, usw.). Tierarzt Dr. Jochen Becker aus Tespe bei Hamburg rät, das Pferd erst nach der schulmedizinischen Therapie entgiften zu lassen, um die Überreste von Medikamenten wie beispielsweise Antibiotika, Kortison oder einer Sedierungsspritze aus dem Körper zu schwemmen.

Vorbeugend: Da Umweltgifte ständig im Stall schwirren und Wurmkuren sowie Impfungen regelmäßig verabreicht werden, rät Tierheilpraktikerin Julia Melanie Hahlweg aus Bad Liebenzell in Baden-Württemberg, ein Pferd spätestens ab dem 9. oder 10. Lebensjahr zu entgiften: „Dann haben sich viele Schadstoffe im Körper gesammelt, die rausgeputzt werden müssen.“ Diese Empfehlung gilt nur für Pferde, die von Geburt an stets gesund waren. Dr. Jochen Becker wartet nicht so lange. Er empfiehlt, gesunde Pferde routinemäßig ab dem 3. oder 4. Lebensjahr zwei Mal jährlich zu entgiften.

Fotostrecke: Sonografie: Ultraschall-Untersuchung am Pferd

10 Bilder
CAVALLO Ultraschall Foto: Tierklinik Partners
CAVALLO Ultraschall Foto: Tierklinik Partners
CAVALLO Ultraschall Foto: Tierklinik Partners

Fotostrecke: Fotostrecke: Medical Training für Pferde

22 Bilder
CAVALLO Medical Training Tierarzt Pferdemedizin Foto: Lisa Rädlein
CAVALLO Medical Training Tierarzt Pferdemedizin Foto: Lisa Rädlein
CAVALLO Medical Training Tierarzt Pferdemedizin Foto: Lisa Rädlein
Autor: Christiane Wehnert
© CAVALLO