Pferde-Gesundheit: Ist Entgiften bei Pferden nötig?

Giftpflanzen können für Pferde toxisch sein

Pferde nehmen täglich Gifte auf - beim Fressen im Stall oder Dösen auf dem Paddock. Massage, Kräuter, Nadeln, Egel oder Globuli sollen den Pferdekörper von innen reinigen. CAVALLO hat Pferde-Experten befragt. Macht Entschlacken Sinn?

Giftflanzen können Pferde töten – auch im Winter. Um das Tier zu retten, helfen weder Kräuterkuren noch Globuli. Wie behandelt der Tierarzt im Notfall?

Viele Giftpflanzen wie das Jakobskreuzkraut bleiben getrocknet im Heu toxisch. In der kalten Jahreszeit locken gefährliche, immergrüne Pflanzen wie die Eibe. „Wer ein Pferd beim Naschen beobachtet oder einen Vergiftungsverdacht hat, sollte sofort einen Tierarzt rufen und die Giftquelle entfernen“, sagt Tierarzt Dr. Jochen Becker. „Bei Vergiftungen steht die Schulmedizin an erster Stelle. Hier helfen weder Blutegel noch Bioresonanz.“ Wer sein Pferd nicht von einem Tierarzt behandeln lässt, riskiert, dass Leber sowie Nieren versagen und das Tier stirbt.

Was macht der Doc, was ein Naturheilkundler nicht kann? Zunächst wird der Tierarzt versuchen, Herz und Kreislauf zu stabilisieren. Je nach Vergiftung und Pferd spült er danach den Magen und setzt Aktivkohle oder Kortison ein. „Ein Gegenmittel gibt es für die meisten Gifte leider nicht“, sagt Jochen Becker. Nach der Erstversorgung durch den Tierarzt darf auch alternativ behandelt werden. Unterstützend können beispielsweise Homöopathika verabreicht werden, die möglichst exakt zu den Symptomen passen und Beschwerden lindern.

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Pferdekliniken Notdienste Medizin Koliken Foto: Kraufmann
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CAVALLO Medical Training Tierarzt Pferdemedizin Foto: Lisa Rädlein
CAVALLO Medical Training Tierarzt Pferdemedizin Foto: Lisa Rädlein
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18.01.2013
Autor: Christiane Wehnert
© CAVALLO