Pferde-Gesundheit: Ist Entgiften bei Pferden nötig?

Bioresonanz gegen Gift im Pferd

Pferde nehmen täglich Gifte auf - beim Fressen im Stall oder Dösen auf dem Paddock. Massage, Kräuter, Nadeln, Egel oder Globuli sollen den Pferdekörper von innen reinigen. CAVALLO hat Pferde-Experten befragt. Macht Entschlacken Sinn?

Die Methode beruht auf der Annahme, dass jede Zelle, jedes Virus sowie jedes Stück Materie Energie abstrahlt und ein individuelles Frequenzmuster hat. Auch Zellen kommunizieren untereinander über bestimmte Frequenzen. „Bei einem gesunden Pferd funktioniert das reibungslos“, sagt Dr. Jochen Becker, der die sogenannte Bicom Bioresonanzmethode anwendet (www.regumed.de). „Schwermetalle, Bakterien und vieles andere kann die Kommunikation behindern.“ Die Folge: Das Pferd wird krank. Mit Bioresonanz sollen die Frequenzen belastender Substanzen aufgespürt und so moduliert werden, dass sie das Pferd ausscheiden kann und die Zellen wieder ungestört kommunizieren können. „Nach vier bis fünf Behandlungen im Abstand von je einer Woche sind die Blutwerte von Leber und Nieren wieder auf einem normalen Niveau“, meint Becker. Unterstützend verabreicht er Homöopathika sowie Kräuter, die individuell zusammengestellt werden.

„Die Bioresonanz ist die umfassendste Entgiftungsmethode“, sagt der Tierarzt. „Viele Fallbeispiele zeigen, dass die Methode sehr gut wirkt.“ Tierheilpraktikerin Julia Melanie Hahlweg stimmt zu: „Die Bioresonanz ist sehr viel feiner als alle anderen Methoden.“

Was meint die Wissenschaft? „Die Methode ist naturwissenschaftlich nicht nachvollziehbar“, so Professor Kerstin Fey von der Uni Gießen. „Es gibt keine ernstzunehmenden Studien über die Therapie bei Pferden.“

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Blutegel einsetzen?

„Blutegel können nicht das ganze Pferd entgiften, sie wirken nur lokal“, sagt Tierheilpraktikerin Julia Melanie Hahlweg. „Trotzdem bringt diese Entgiftungsmethode meist ausgezeichnete Erfolge.“ Die Expertin setzt Blutegel beispielsweise bei Einschüssen ein. Dazu werden mehrere Tierchen aufs kranke Körperteil gesetzt. „Nachdem sich die Blutegel festgebissen haben, trinken sie ungefähr eine Dreiviertelstunde“, sagt Hahlweg. Tierärztin und Zahnspezialistin Dr. Nicole Schumann nutzt ebenfalls Egel, um Giftstošffe aus dem Pferd zu leiten. „Ich setzte sie bei Zahn¤ eischproblemen ein sowie bei Pferden, denen ich einen Zahn ziehen musste.“

Die kleinen Tierchen sorgen nicht nur für einen Mini-Aderlass, sondern auch für eine schnellere Wundheilung. „Der Speichel hat eine gerinnungshemmende sowie anti-entzündliche Wirkung“, sagt Professor Kerstin Fey.

Akupunktur ausprobieren?

„Mit herkömmlichen Akupunkturnadeln oder moderner Laser-Akupunktur lassen sich Leber und Nieren gut stimulieren“, sagt Tierarzt Dr. Uwe Petermann aus Osnabrück, der sich schon vor 25 Jahren auf dieses Teilgebiet der Traditionellen Chinesischen Medizin (TCM) spezialisiert hat. „Um schädliche Stoffe wie Quecksilber oder die Überreste von Medikamenten zu reduzieren, kombiniere ich Akupunktur gerne mit Homöopathie.“

Voraussetzung: Man muss genau wissen, welche Gifte den Körper belasten. Das ermittelt er vor der Behandlung über sogenannte Akupunktur-Testpunkte. Anschließend beginnt er mit der Therapie. Ein Mal wöchentlich wird das Pferd akupunktiert, gleichzeitig gibt’s Homöopathika. Nach vier bis fünf Wochen folgt die Stunde der Wahrheit: „Ob die Giftstoffe das Pferd nicht mehr belasten, lässt sich ebenfalls über die Testpunkte herausŸ nden“, so Petermann. Ist diese Kombination eine sichere Entgiftungs-Methode? „Das wurde wissenschaftlich noch nicht untersucht“, sagt der Tierarzt. „Aufgrund meiner langen Erfahrung sage ich, dass es sehr gut funktioniert.“

Fotostrecke: Fotostrecke: Medical Training für Pferde

22 Bilder
CAVALLO Medical Training Tierarzt Pferdemedizin Foto: Lisa Rädlein
CAVALLO Medical Training Tierarzt Pferdemedizin Foto: Lisa Rädlein
CAVALLO Medical Training Tierarzt Pferdemedizin Foto: Lisa Rädlein

18.01.2013
Autor: Christiane Wehnert
© CAVALLO