Pferdeauge: Hornhaut-Geschwüre erkennen

Ursachen erkennen

Pferdeaugen sind sensibel: Scheuern, Insektensprays oder schief wachsende Wimpern können das Pferdeauge so reizen, dass sich Geschwüre bilden. Wie kann der Tierarzt die Erkrankung stoppen?
Foto: Tobor_privat CAVALLO Pferdeaugen

Schlechte Hygiene ist eine Gefahr fürs Pferdeauge.

Hornhautgeschwüre im Pferdeauge können entstehen, wenn das Epithel verletzt ist. Normalerweise bildet es eine Barriere gegen Bakterien, Viren und Pilze, die dann ihre Funktion verliert. Streptokokken oder Pseudomonas sind Erreger, die im Bindehautsack jedes Pferds vorkommen. Ist das Hornhautepithel verletzt, können sie sich vermehren und Entzündungen verursachen.

„Pilzinfektionen können auch Hornhautgeschwüre verursachen, was hierzulande eher selten vorkommt“, sagt Dr. Willy Neumann. Sehr lange Cortisonbehandlungen oder schlechte Hygiene können sie begünstigen. „Eine Unsitte ist, Augensalbe auf den Finger aufzutragen und sie dann dem Pferd ins Auge zu schmieren“, warnt der Experte.

Verletzungen des Epithels entstehen oft, wenn sich das Pferd mit dem Kopf an Gegenständen scheuert. Sehr selten dringen Fremdkörper ins Auge ein. Das liegt am Lidschlussreflex: Sobald sich ein Gegenstand dem Auge nähert, schließt das Pferd reflexartig die Lider, was Verletzungen meist verhindert. Manchmal sind Insektensprays oder andere Chemikalien schuld: Gelangen sie ins Auge, können sie das Epithel schädigen.

Eine Fehlstellung einzelner Wimpern kann das Entstehen von Hornhautgeschwüren begünstigen. Mediziner sprechen von einer Trichiasis, also dem Reiben der Wimpern auf der Hornhaut. Fohlen, die zu früh geboren wurden, haben manchmal nach innen gerollte Augenlider. Neumann: „In der Regel gibt sich das von selbst.“ Zur Trichiasis kommt es bei Pferden eher, wenn Verletzungen am Lidrand vernarben und eine Wimpernfehlstellung verursachen.

Sehr selten führen stoffwechselbedingte Epitheldegenerationen zum Ulcus.

30.03.2015
Autor: Cavallo
© CAVALLO
Ausgabe 03/2015