Pferdefell: Haare brauchen Zink und Selen

Was der Blutest verrät

Blut-Analyse, Haarprobe und Co.: Was die Tests beim Pferd über den Mineral-Status wirklich aussagen.

Viele Reiter trauen dem bloßen Auge nicht. Sie wollen es genauer wissen. Eine Blutprobe soll zeigen, ob das Pferd optimal mit Zink und Selen versorgt ist. Ein kleiner Piks in die Halsvene, Blut fließt ins Röhrchen und ab damit ans Labor.

Kurze Zeit später hat der Besitzer das Blutbild seines Pferds vorliegen – mehrere Seiten Papier mit vielen Zahlen. Die Zink- und Selen-Werte sind ebenfalls aufgeführt. Und auf dem Zettel steht auch, ob die beiden Mineralien zu knapp sind. Kann man sich auf das Ergebnis verlassen?

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Vor der Blutentnahme im Stall:

Jedes Pferd ist anders. Gemeint sind damit viele individuelle Faktoren wie die letzte Futteraufnahme vor der Probenahme und wie viel das Pferd vorher getrunken hat. Hat es in der Box auf den Tierarzt gewartet oder ist es vorher trainiert worden? Auch Krankheiten, wie eine chronische Entzündung im Körper, können das Blutbild verfälschen.

Folgen wir der Probe ins Labor:

„Blut als biologisches Material ist sehr transportempfindlich“, sagt Dr. Antje Wöckener von Laboklin, einem Labor, das Blut von Pferden untersucht. „Es gibt mehrere Störfaktoren, etwa hohe oder tiefe Temperaturen. Fällt uns so etwas auf, vermerken wir das im Bericht.“ Im Labor wird das Blut analysiert und der Zink- sowie Selen-Gehalt bestimmt.

Wie aussagekräftig sind die blanken Werte? Bei Zink weiß man beispielsweise, dass die Blutplasmawerte nur bei einem extremen, längerfristigen Mangel Hinweise auf die tatsächliche Versorgungslage liefern.

Tests auf dem Prüfstand

Haarmineralanalyse: Schere weg von Mähne und Schweif, lautet die Empfehlung seriöser Futterberater. „So ein Test spiegelt, wenn überhaupt, nur Langzeiteffekte wider. Der Ist-Zustand wird nicht aufgedeckt“, sagt Constanze Röhm. Außerdem muss man vorsichtig sein: „Die Sonneneinstrahlung oder der Gebrauch von Mähnenspray kann das Ergebnis verfälschen.“

Harnprobe: „Fehlanzeige“, sagt Ellen Kienzle. „Von den Spurenelementen kann man nur Jod im Urin nachweisen.“ Warum, ist ganz einfach: „Weil Zink und Selen nicht über den Harn ausgeschieden werden.“

Rationsberechnung: Ein aussagekräftiges Ergebnis liefert hingegen ein genauer Blick eines Futterexperten in den Trog. Was frisst das Pferd tatsächlich? Infos dazu auf den folgenden Seiten.


23.03.2015
Autor: Christiane Wehnert
© CAVALLO
Ausgabe /2015