Stallbandagen: Pferde richtig bandagieren

Richtig Bandagieren

CAVALLO Cavaletti-Training
Foto: Rädlein
Stallbandagen machen keinen schlanken Fuß, sondern Pferde krank. Jetzt gibt‘s Hilfe vom Experten für Tiere mit angelaufenen Beinen.

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Der Holsteiner-Wallach drehte sich unruhig in seiner Box, schwitzte und versuchte sich hinzulegen. Die Besitzer vermuteten eine Kolik und riefen den Tierarzt. Der Doc hatte eine überraschende Blitztherapie: Er entfernte die elastischen Bandagen, die das Pferd trug, weil es zu angelaufenen Beinen neigte. Als die Wickel weg waren, ging es dem Wallach schnell besser. Die Erklärung für seine Beschwerden: Die Bandagen führten zu Hitzestau und Juckreiz – und ein Pferd kann sich nun mal nicht so einfach kratzen. Doch Unbehagen ist noch das geringste Übel.

Besonders kritisch wird es, wenn auch der Fesselkopf mit einbandagiert wird. Gefäßexperte Professor Dirk Berens von Rautenfeld von der Medizinischen Hochschule in Hannover warnt seit Jahren nachdrücklich vor der übertriebenen Wickelei am Pferdebein (siehe auch CAVALLO 4/2006). „Das ist eine Unsitte, die leider immer mehr um sich greift“, kritisiert von Rautenfeld. „Der Fesselkopf ist eine Engstelle am Bein. Elastische Bandagen schnüren dort im Stand die Transportwege für den Lymph- und Blutfluss fast vollständig ab.“


04.01.2016
Autor: Sabine Niemeyer
© CAVALLO
Ausgabe Oktober 2013/2013