Alte Wunden - neue Leiden: Narben gehen Pferden unter die Haut

Störfelder: Gewisse Zonen stehen unter Spannung

Jede Wunde und jede Operation hinterlässt Narben, die Pferde krank oder unreitbar machen können. Lassen sich selbst alte Einschnitte kurieren? CAVALLO hat Tierärzte dazu befragt.

 

CAVALLO Narben Pferdefell
Foto: Stuewer Ein verheilter Satteldruck kann lange schmerzen.

Wie eine Wunde verheilt, hat auch mit ihrer Lage am Pferdekörper zu tun. „Verletzungen heilen da schlecht, wo die Haut unter massiver Spannung steht“, erklärt Stodulka. „Wie an Schulter-, Hüft oder Kniegelenk.“ Die Pferdebeine sind ebenfalls heikel. Hier neigen Wunden zur Bildung von Wildem Fleisch, da sie schwerer auf natürlichem Wege schrumpfen und zusammenwachsen.

Um von einer Narbe auf ein Störfeld schließen zu können, braucht man ein wenig Fingerspitzengefühl. Den auch kleinere, unauffällige Narben können stören. „Die Einstiche einer Operationsnaht sind so ein Beispiel“, erklärt Robert Stodulka. Beobachten Sie Ihr Pferd und prüfen, wie es reagiert, wenn Sie seine Narbe berühren. Druckempfindliche, schmerzhafte und juckende Narben sind immer ein Störfeld. Das gilt auch für Narben, die taub sind und bei deren Berührung das Tier überhaupt nicht reagiert.

Meistens fühlt sich das Narbengewebe hart und unelastisch an. Die Narbe ist wie festgeklebt und lässt sich nicht in der Haut hin und her schieben. Die verklebten Gewebsschichten sind meist schlecht durchblutet, so dass die Mikrozirkulation im Narbengewebe und seiner Umgebung gestört wird. Das behindert den An- und Abtransport von Nähr- und Abfallstoffen über das Blut.

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Fotostrecke: Nachtschicht: Bilder aus der Pferdeklinik

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Pferdekliniken Notdienste Medizin Koliken Foto: Kraufmann
Pferdekliniken Notdienste Medizin Koliken Foto: Kraufmann
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24.05.2012
Autor: Redaktion CAVALLO/Kühr
© CAVALLO
Ausgabe 04/2012