Wo lahmt mein Pferd? Lameness Locator hilft Reitern

Der Lameness Locator ist schneller als der Tierarzt

Läuft das Pferd nicht rund, stehen Reiter und Tierarzt oft vor einem Rätsel. Welches Bein ist lahm? Jetzt gibt es Hilfe: Drei kleine Würfel setzen dem Ratespiel ein Ende.

 

CAVALLO Lameness Locator Lahmheit Medizin
Foto: Lisa Rädlein Hat der Lameness Locator das kranke Bein identifiziert, geht’s auf die Suche nach dem Schmerzauslöser: Anhand der Daten kann der Tierarzt Ultraschall, Beugeproben, Röntgen oder andere technische Helfer gezielt einsetzen.

Dass der Lameness Locator hält, was er verspricht, belegen mehrere wissenschaftliche Studien. Die neueste Untersuchung zeigt sogar, dass das Gerät Lahmheiten nicht nur zuverlässig aufspürt, sondern auch schneller identifiziert als ein erfahrener Doc. Die Zahlen sind für Tierärzte nicht besonders schmeichelhaft: Der Detektor benötigt weniger als die Hälfte der Zeit im Vergleich zum Menschen, um eine Lahmheit an den Vorderbeinen zu erkennen. Bei Lahmheiten an den Hinterbeinen ist das Gerät sogar 67 Prozent schneller.

In Deutschland gibt es bislang nur einen Lameness Locator. Er befindet sich in Berlin. „Wir setzen das Gerät seit einem Jahr ein“, sagt Dr. Wolfgang Stäcker von der Klinik für Pferde an der Freien Universität. „Manche Ärzte sagen, der Lameness Locator sei moderner, über  üssiger Schnickschnack. Ich finde, es ist ein sinnvolles Hilfsmittel für jeden Tierarzt, weil Technik im Gegensatz zum menschlichen Auge unbestechlich ist und kein Spielraum für Vermutungen bleibt.“ Wolfgang Stäcker gibt ein Beispiel: „Wenn man bereits vor der Lahmheitsuntersuchung einen Verdacht hat, woher der Schmerz kommen könnte, ist man beim Vortraben unbewusst zu sehr darauf fokussiert und übersieht eventuell einen anderen wichtigen Hinweis.“

Welche Pferde werden mit dem Lameness Locator in Berlin untersucht? „Jeder kann sein Tier mit dem Gerät analysieren lassen“, sagt Stäcker. „Besonders hilfreich ist das System, wenn man sich nicht sicher ist, ob das Pferd überhaupt lahmt, bei kompensatorischen Lahmheiten, wenn das Tier also einen Schmerz ausgleicht, sowie bei der Suche nach dem Schmerzherd mit Hilfe von Lokalanästhesien.“

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11.07.2014
Autor: CAVALLO
© CAVALLO
Ausgabe 11/2012