Futterautomaten für Pferde im Test

Wer füttert exakte Rationen?

Foto: Lisa Rädlein
Futterzeit im Pferdestall: Mensch und Maschine treten gegeneinander an. Wer versorgt Pferde besser – die Reiter oder der Futterautomat?

Mensch: Schippe voll, passt schon.
Maschine: Max’ Haferportion wiegt exakt 125 Gramm.

Genau genommen könnte der Mensch super exakte Rationen füttern. Ja, er könnte. Doch Hand aufs Herz, meist sieht es in der Praxis so aus: Eine Schippe Hafer, ein armvoll Heu rein und zum Schluss ein guter Schuss Öl für den Fellglanz. Die meisten Menschen füttern mit Auge und Gefühl. Das ist tückisch – wie auch ein CAVALLO-Experiment vor einigen Jahren zeigte. Zwei Redakteure griffen herzhaft ins Heu, schätzten, wie viel sie auf dem Arm hatten, und wären am liebsten durch die Luke im Heuboden gesprungen, als die Waage die Wahrheit anzeigte. Kurz gesagt: Sie hatten sich voll verschätzt.

Und wie ist es mit Futterschippe und Messbecher? Mit diesen Hilfsmitteln misst der Mensch doch genau, oder? Irrtum. Im CAVALLO-Experiment lagen die Tester stets falsch mit ihren Einschätzungen. Ein Tester schätzte etwa das Hafergewicht auf 1800 Gramm. Dabei lagen lediglich 500 Gramm auf der Futterschippe. Die Schippe ist gleich zweifach trügerisch: Erstens wird sie fast nie exakt gleich gefüllt. Zweitens hat Futter unterschiedliche Volumengewichte. Gequetschter Hafer etwa nimmt mehr Raum ein als ganze Haferkörner und ist leichter.

Die Maschine punktet hingegen bei der Präzision. Aufs Gramm genau lässt sich die gewünschte Portion eingeben. Der Automat spuckt dann die exakte Menge aus. Das Wiegen erfolgt automatisch.

Tückisch wird es bei der Technik, wenn sie die Futtermenge per Zeit steuert. „Nicht jedes Pferd frisst immer gleich schnell. Zudem gibt es Unterschiede von Tier zu Tier: Manche fressen ein Kilo Heu in 30 Minuten, andere in 45 Minuten“, weiß Tabea Stickdorn, die Futterrationen für Pferde bei der Firma Iwest berechnet.

Damit die Maschine genau sein kann, ist gute Beobachtung durch den Menschen gefragt. Er sollte regelmäßig kontrollieren, wie lange sein Pferd braucht, um eine gewisse Menge Heu zu verputzen. Tabea Stickdorn rät: Geben Sie dem Pferd zwei bis drei Kilo Heu. Bei der Menge schlingt es irgendwann nicht mehr, verliert aber auch noch nicht die Lust am Futter. Wie lange braucht das Pferd, bis diese Menge verputzt ist? Nehmen Sie die Zeit. Dann einfach die Minuten durch die Kilozahl teilen – und schon wissen Sie, wie lange das Pferd an einem Kilo Heu knabbert.

Der Punktstand nach der zweiten Runde: Tja, man könnte sagen: Der Mensch lässt sich in Sachen Präzision ziemlich auf die Schippe nehmen. Die Maschine baut den Vorsprung weiter aus.

Loading  

Fotostrecke: Fotostrecke: Welches Kraftfutter brauchen Pferde?

5 Bilder
CAVALLO Kraftfutter Hafer Mais Gerste Müsli - Hafer Foto: Lisa Rädlein
CAVALLO Kraftfutter Hafer Mais Gerste Müsli - Gerste Foto: Lisa Rädlein
CAVALLO Kraftfutter Hafer Mais Gerste Müsli - Mais Foto: Lisa Rädlein

06.11.2016
Autor: Alena Brandt
© CAVALLO
Ausgabe /2016