M.I.S.S.-Sättel - Modular Individual Saddle System

Passform für Pferderücken

Der Sattler Martin Breitler baut seine Sättel direkt am Pferd zusammen. Lange Wartezeiten gehören damit der Vergangenheit an. Wie funktioniert das Prinzip und wie passt dieser Sattel den Pferden?

Fotostrecke: M.I.S.S.-Sättel - Modular Individual Saddle System

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CAVALLO Miss Sattel Foto: Lisa Rädlein
CAVALLO Miss Sattel Foto: Lisa Rädlein
CAVALLO Miss Sattel Foto: Lisa Rädlein

 

CAVALLO Miss Sattel
Foto: Lisa Rädlein Martin Breitler prüft am Pferd, ob die Kopfeisenweite passt. Unter dem Leder am Hinterzwiesel sitzt versteckt der Reißverschluss, der die Kissen in Position hält.

Im nächsten Schritt montiert Martin Breitler die Sattelblätter, die mit den Schweißblättern zu einem Stück vernäht sind, am Sattelbaum. Dazu fädelt er die Gurtstrupfen durch das Sattelblatt und steckt die Ortspitzen durch einen vorgefertigten Schlitz im Blatt. „Das Sattelblatt befestige ich nun vorne mit einem Ring und hinten mit zwei Schrauben am Sattelbaum. Da dieser aus Kunststoff ist, geht das problemlos mit einem kleinen Akkuschrauber.

"Vorbohren ist nicht nötig“, erklärt Martin Breitler. Er kann zudem die Position des Sattelblatts (gerade oder schräg) am Baum variieren. Je nachdem, wie es für den Reiter besser passt. Mit den montierten Blättern nimmt der Kunde wieder im Sattel Platz auf dem Sattelbock. Martin Breitler schaut sich nochmal an, ob der gewählte Sitz und die Sattelblätter für den Reiter passen.

Die Kissen des „M.I.S.S.“-Sattels lassen sich mittels Klett über ihre komplette Länge öffnen und dadurch problemlos füllen. „Üblicherweise hat man nur kleine Füllschlitze, so dass man die Kissen vor Ort entweder nur sehr umständlich oder gar nicht anpassen kann“, sagt Martin Breitler. Auffällig: Die Kissen seiner Baukasten-Sättel fühlen sich extrem weich an. „Das ist Absicht“, sagt Breitler. „Ich habe im Lauf der Jahre festgestellt, dass sich weiche Kissen besser an den Pferderücken anpassen und der Sattel nicht rutscht, da die Kissen plan aufliegen.“ Martin Breitler füllt die Kissen mit einer Mischung aus Schafwolle und Synthetik. Sie ist relativ formstabil und fällt nicht so schnell zusammen wie reine Schafwolle. „Eine rein synthetische Kissenfüllung möchte ich nicht, weil sie nicht genug Feuchtigkeit aufnehmen könnte. Die Pferde schwitzen sonst stark und es kann zu einem Hitzestau unterm Sattel kommen“, so Breitler.

Nachdem Martin Breitler die Kissen gefüllt hat, befestigt er sie vorne am Sattelbaum mit einer Schraube, mit Klett und am Hinterzwiesel mit Reißverschluss. „Anfangs waren einige Kunden verunsichert, ob der Sattel hält“, erzählt Martin Breitler. Doch das ist kein Problem: „Die Sattelblätter sind durch Schrauben am Baum fixiert und der Klett hält die Kissen über deren komplette Länge. Der Reißverschluss ist dazu da, die Kissen in Position zu bringen.“ Da der Sattel vom Reiter zusammengepresst wird, bewegen sich die Kissen nicht. Probleme mit dem Reißverschluss gibt es laut Martin Breitler bisher nicht. „Er wird nicht wie bei einem Reitstiefel ständig auf- und zugezogen und steht nicht unter Spannung.“

Martin Breitler legt den Sattel mit den montierten Kissen anschließend auf den Pferderücken, beurteilt Widerristfreiheit, Breite des Wirbelkanals und schaut, wo er die Kissen nachpolstern muss. Ist der Wirbelkanal nicht breit genug, kann er ihn verändern, indem er die Kissen anders auf das Klettband am Sattelbaum setzt.

CAVALLO-Experte Martin Breitler
Der Sattler aus Fehraltorf in der Schweiz entwickelte das Baukasten-Prinzip für Sättel – sie werden vor Ort zusammengebaut. Wer M.I.S.S.-Sättel in Deutschland anbietet, erfahren Sie unter: WWW.MISS-SATTEL.DE

Fotostrecke: Fotostrecke: Sattelpads im Test Preise + Ergebnisse

6 Bilder
CAVALLO Sattelpads und Sattelunterlagen Foto: Hersteller: Krämer Pferdesport
CAVALLO Sattelpads und Sattelunterlagen Foto: Hersteller: dt-saddlery
CAVALLO Sattelpads und Sattelunterlagen Foto: Hersteller: Busse

17.12.2014
Autor: Kristina Hofer
© CAVALLO