Hänger im Test: Wie pferdegerecht sind Anhänger?

Kein Hänger war leiser als 100 dBA

Im Test gelten gleiche Bedingungen für alle. Der mit 306 PS ausgesprochen zugstarke Luxus-Offroader GL 420 CDI von Mercedes schleppte die Hänger. Laut wurde es in allen Fabrikaten.

 

Hängertest
Foto: Lisa Rädlein Die Reifen simulierten das Pferdegewicht.
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Um keine echten Pferde zu gefährden, dienten zwei fest verzurrte Ballastpakete mit Reifen als ­Ersatz. Sie wogen je 500 Kilo.

Die Reifen sind auch mit an Bord bei der Lautstärkemessung: Dazu ermittelt ein geeichtes Messmikrofon bei Tempo 80 den Pegel auf Niveau der Pferde­ohren. Wie stark hohe Laut­stärke die Tiere während der Anhängerfahrt unter Stress setzt, lässt sich aber nur schwer sagen. Anhand von Faktoren wie Kortisolpegel und Herz­frequenz lässt sich zwar nachweisen, dass eine Anhängerfahrt Pferde stresst. Bisher kann man aber nicht messen, was hauptsächlich dafür verantwortlich ist: Fahrbewegung oder Lärm.

Unstrittig ist hingegen, dass Lärm Lebewesen stark beeinflussen kann. Bereits eine Dauerbeschallung mit 80 Dezibel (dB) wird als belastend empfunden. Die in den Anhängern bei Tempo 80 gemessenen Werte lagen trotz geschlossener Luken und Klappen teils deutlich über 100 dB. Eine Lautstärke, die auch der mitfahrende Test­redakteur als unangenehm hoch empfand.

Am leisesten war es im Provan E von Fautras mit 101,3 dB (siehe Tabelle auf Seite 116). Matthieu Kerninon, Deutschland-Vertriebsleiter von Fautras, führt das vergleichsweise gute Ergebnis vor allem auf die geringe Höhe des Provan E zurück. „Er liegt tiefer auf der Straße als andere Anhänger und ist auch nur 2,65 Meter hoch. Je nach Zugmaschine liegt das Fahrzeug damit besser im Windschatten als andere.“

Als besonders laut erwies sich der Nevada Alu von WM Meyer mit 108,5 dB. Die 7,2 dB Unterschied zum Provan E konnte auch der Testredakteur deutlich heraushören.

CAVALLO-Test: Wie komfortabel reisen Pferde im Anhänger?


29.06.2009
Autor: John Patrick Mikisch
© CAVALLO
Ausgabe 06/2009