Lernen vom Lehrpferd: Schulpferde sind besser als ihr Ruf

Schulpferde pferdegerecht fördern und halten


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Sie wollen piaffieren, springen oder endlich mal entspannt ausreiten? Dann satteln Sie doch einfach um aufs Schulpferd. Die vierbeinigen Lehrer können mehr als viele Reiter glauben. So sorgen Reitschulen dafür, dass ihre Lehrpferde lange fit und fein bleiben.

Schulpferde sollten schonend eingesetzt werden. Je höher die Pferde ausgebildet sind, desto weniger Einsätze vertragen sie in der Regel. Wichtig: Fliegende Reiterwechsel sind tabu. Nur mit einer ausreichend langen Pause (Minimum eine Stunde) kann das Pferd Kraft schöpfen und sich auf den neuen Schüler einstellen. Programm abwechslungsreich gestalten. Je vielfältiger die tägliche Arbeit am Boden, in der Halle und im Gelände variiert wird, desto länger bleibt ein Schulpferd motiviert bei der Sache.

Schüler und Pferde so kombinieren, dass es passt. Nicht jeder Schüler muss jedes Pferd reiten. Das führt dazu, dass sich das Pferd nicht ganz so oft an neue Reiter anpassen muss. Auch Schulpferde brauchen Freilauf und ausreichend Sozialkontakte zu Artgenossen. Gutes Gesundheitsmanagement. Nur wenn ein Pferd fit und schmerzfrei ist, kann es seinen Job gut machen. Hilfszügel sparsam und korrekt einsetzen. Enges Ausbinden verbietet sich sowieso. Auch kann kein Pferd locker bleiben, wenn es die Bahn schon ausgebunden betritt und ebenso verlässt. regelmäßige Korrekturen nach einem festen Plan, so wird nichts verschleppt. Akute Probleme sofort beheben, um schlechte Gewohnheiten zu vermeiden. Anfänger sollten gebisslos reiten. Das schont das Maul. Der Sattel muss perfekt passen, damit ungeschickte Reitschüler keine Schmerzen verursachen.

Reitschulen müssen mit Köpfchen geführt werden

Reitschulen sind keine Selbstläufer. Nur mit viel Einsatz und Grips kommt Erfolg. „Wer gut ist, verdient sein Geld anders“, fasst Eberhard Weiß, Dressurausbilder aus Erlangen, die Probleme der Reitschulen zusammen. Es ist für Ausbilder heute nicht mehr attraktiv, den Lebensunterhalt mit Schulpferden zu bestreiten. „Die Risiken sind hoch. Fällt ein Schulpferd aus, brechen Einnahmen weg“, beschreibt Weiß eine der Gefahren. Der Reitlehrer ist an den Betrieb gebunden, Löhne für Angestellte müssen erwirtschaftet werden. Er kann nur begrenzt mobil unterrichten, was profitabel wäre.

Zudem haben hohen Kosten und eine große Konkurrenz durch Landwirte die Profite aus der Boxenvermietung reduziert. Die war früher neben Unterricht und Beritt das dritte Standbein eines Reitschulbetreibers. Erfolg hat unter diesen Bedingungen nur, wer außerordentliche Qualität liefert oder besondere Angebote entwickelt. Viele Schulbetriebe existieren dagegen mehr schlecht als recht. Das hat auch die Deutsche Reiterliche Vereinigung (FN) erkannt und im Rahmen der Initiative „Vorreiter Deutschland“ das Schulpferdeberatungsprogramm gestartet. Interessierte Vereine und Betriebe können sich unter www.vorreiter-deutschland.de um die geförderte Beratung bewerben.

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Foto: Miriam Kreutzer
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14.06.2012
Autor: Redaktion CAVALLO/Melanie Tschöpe
© CAVALLO
Ausgabe 10/2011