Lernen vom Lehrpferd: Schulpferde sind besser als ihr Ruf

Auf Lehrpferden Lektionen testen

Schulpferde sind besser als ihr Ruf: Sie wollen im Sattel neue Erfahrungen machen? Testen Sie sich: Schulpferde beherrschen unbekannte Lektionen oder Gangarten. Und sie helfen, die richtige Reitweise zu finden.

 

CAVALLO Schulpferde und Reitschulen
Foto: Rädlein Mit Schulpferden kann man andere Zäumungen und Lektionen kennenlernen.

Die Pferdewelt ist bunt. Aber kaum jemand kann es sich leisten, Pferde verschiedener Rassen, Reitweisen und Ausbildungsniveaus zu halten. Kein Wunder, dass die Wahl des richtigen Wegs im Sattel auch zur Qual werden kann. Doch genau hier spielen Schulpferde ihren nächsten Trumpf aus: Es gibt sie in endloser Vielfalt. Klassische Dressur, Westernreiten, Tölten oder Wanderritt mit Gaucho-Flair – für jedes Interesse im Sattel können Reiter passende Schulpferde finden. Manchmal muss man nur etwas suchen.

Neue Erfahrungen kosten Mühe, Zeit und Geld. Je schwieriger die gewünschte Lektion, desto weniger Schulpferde beherrschen sie. Und desto mehr muss sich der Reiter dafür einsetzen. „Einfach herkommen und fliegende Wechsel reiten, geht bei mir nicht“, sagt Marius Schneider. Als Schüler seiner „Schule der Reitkunst“ kann man die Wunschlektion jedoch anstreben. Die fünf Lehrpferde können sie. Manche Ausbilder stellen Reitschülern ihre eigenen Pferde zur Verfügung. Sie erhalten so die Chance, Dinge zu erfühlen, die mit den eigenen Pferden nicht möglich sind. Klassik-Ausbilder Dr. Hans-Walter Dörr aus Fürstenfeldbruck in Oberbayern gewährt Reitgästen auf seinen persönlichen Pferden Einblicke in die romanisch geprägte Leichtigkeit der klassischen Dressur. Dabei lässt er sie auch Piaffe, Passage und Co. fühlen. Manchmal schon in der ersten Stunde. „Wir nutzen die geführte Piaffe, um dem passiv bleibenden Reiter eine Idee von Gleichgewicht und Harmonie zu geben“, sagt Dörr. Allerdings ist die Zahl seiner zahlenden Gäste begrenzt. „Die fünf Pferde gehen höchstens zweimal wöchentlich unter Reitgästen. Und wer zu uns kommt, muss unsere Einstellung zum Pferd teilen. Wir vermitteln hier weniger reine Technik, sondern eher eine Philosophie“, stellt der Ausbilder klar.

Tipp: Fragen Sie Ihren eigenen Ausbilder, ob er Sie gelegentlich oder zumindest in Einzelfällen, etwa bei bestimmten Problemen und Lektionen, mal auf einem seiner eigenen Pferd fühlen lässt. In gewissem Rahmen sind viele Trainer dazu gerne bereit, manche bieten es ihren Schülern auch generell an.


14.06.2012
Autor: Redaktion CAVALLO/Melanie Tschöpe
© CAVALLO
Ausgabe 10/2011