Reitschul-Test: Reiten im Raum Stuttgart

Reiten im Raum Stuttgart: Reitanlage Stuttgart am Schwarzbach

Schulpferd Max geht gerne eigene Wege. Kann sich Miriam Kreutzer bei dem pfiffigen Wallach durchsetzen und ihn für sich gewinnen?

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Reitschulen im Test Foto: Miriam Kreutzer
Reitschulen im Test Foto: Miriam Kreutzer
Reitschulen im Test Foto: Miriam Kreutzer

Kaltblut-Mix Max will einfach nicht anhalten. Er macht seinen kräftigen Hals lang, ignoriert meine Paraden und läuft weiter. Anhalten? Das ist nicht sein Ding, wie er
zuvor schon beim Putzen und Satteln bewies. Das kann vor allem für unerfahrene Reitschüler gefährlich werden. Alexandra Föll, die mich heute unterrichten wird, sieht die Zappelei gelassen: „Max macht das immer so. Es ist nicht schlimm, wenn er noch ein paar Meter weiter läuft.“ Ich bin anderer Meinung: Ein Pferd sollte von klein auf vor allem eins lernen: auf Kommando stehenbleiben.

Max Hufe sind beschlagen und gepflegt. Sein Sattel ist mit einem dicken Pad gepolstert und am linken Sattelblatt zerschlissen. Auch wenn das kein Sicherheitsrisiko darstellt, sollte die Ausrüstung keine Mängel haben. Das Putzzeug teilt sich Max mit einem anderen Schulpferd. „Eigentlich haben alle Tiere ihr eigenes, hier wird jedoch viel vertauscht“, sagt Alexandra Föll, die keinen Trainerschein besitzt. Sie ist selbst Einstellerin und hilft im Betrieb.

Am Testtag sind wir in der 20 x 40 Meter großen Halle. Das ist der einzige Ort, an dem die Schulpferde laut Alexandra Föll geritten werden. „Auf dem Platz oder im Gelände wäre es zu gefährlich.“ Ich soll Max lösen und warm reiten. Beim Leichttraben versucht Max, sich meinen Hilfen zu entziehen. Er galoppiert immer an derselben Stelle an. „Unsichere Reiter bekommen dann Angst und lassen ihn in Ruhe“, sagt Alexandra Föll. Max weiß sich offenbar zu schonen und hat dazu – wie viele Schulpferde – einige Tricks auf Lager. „Trabe ihn ruhiger und nehme Spannung heraus.“ Nach einigen Runden merkt Max, dass er mich nicht austricksen kann und gibt nach ein paar weiteren Anläufen zum Galopp auf.

Info: So testet CAVALLO Reitschulen

Reitschul-Test: Reiten im Raum Stuttgart

Ab jetzt benimmt sich der Kaltblut-Mix mustergültig. Er läuft taktrein, wenn auch etwas schwerfällig. Ich habe Mühe, Max in Schwung zu bringen. „Treibe impulsartig, damit die Beine nicht permanent am Pferdeleib kleben.“ Das ist leichter gesagt als getan, denn Max fällt sofort in den Schritt, sobald ich nicht treibe.

Auch beim Abwenden von der Bande komme ich ins Schwitzen. Max will lieber geradeaus laufen. „Bleibe mit dem äußeren Zügel dran und treibe ihn beim Abwenden energischer“, sagt Alexandra Föll. Tatsächlich, mit stärkeren Impulsen lässt sich Max willig abwenden. Im Laufe der 40-minütigen Reitstunde lässt er sich immer leichter von der Wand weg dirigieren und wird lockerer. Nur ab und zu stützt er sich noch auf den Zügel. Ich vermute, dass er häufig mit Hilfszügel und von schwächeren Reitern geritten wird.

Unterm Sattel ist Max ein ruhiges Lehrpferd, das seinem Reiter ein sicheres Gefühl gibt. Der Wallach hat sich aber ein paar unangenehme Tricks angewöhnt, mit denen nur fortgeschrittene Reiter zurechtkommen. Um die Reaktionen auf Reiterhilfen zu verbessern, bräuchte er Korrekturberitt. Abzüge gibt es vor allem dafür, dass der Braune weder beim Putzen und Satteln noch unterm Sattel gelassen stehenbleibt. Max bekommt ein Hufeisen.



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Alexandra Föll betreute mich vor und nach der Reitstunde, beantwortete alle Fragen. Ihren Unterricht strukturierte sie logisch, erkannte Probleme und hatte gute Lösungen parat. An wenigen Stellen, etwa beim Halten, hätte ich mir bessere Tipps gewünscht. Die Trainerin punktet mit Fürsorge: Bevor Max auf die Schulpferdekoppel darf, soll er sich etwa zehn Minuten in der Box erholen, abdampfen und trinken. Das ist klug, denn am Testtag ist es draußen ungewöhnlich heiß für die Jahreszeit. Alexandra Föll bekommt zwei Hufeisen.

Max steht in einer Gitterbox mit Außenfenster; sie misst nur etwa 3 x 3 Meter, so dass der Kaltblut-Mix wenig Platz hat. Freigang gibt‘s bei gutem Wetter stundenweise. Max Sattel ist am Sattelblatt beschädigt. Der Betrieb bekommt ein Hufeisen.

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Für 40 Minuten strukturierten Einzelunterricht auf einem durchschnittlichen Schulpferd zahle ich 30 Euro: eineinhalb Eisen fürs Preis-Leistungs-Verhältnis. Eine 60-minütige Gruppenstunde kostet 25, das Monatsabo 70 bis 80 Euro.

Bewertung

Schulpferd: eins von drei Hufeisen
Reitlehrer: zwei von drei Hufeisen
Reitbetrieb: eins von drei Hufeisen
Preis-Leistung: eineinhalb von drei Hufeisen

Kontakt

Reitanlage Stuttgart am Schwarzbach
Handwerkstraße 39
70565 Stuttgart-Möhringen
Tel. 0177-6239511
www.reitanlage-stuttgart.de


14.12.2013
Autor: Miriam Kreutzer
© CAVALLO
Ausgabe November 2013/2013