Reitschul-Test: Reiten im Münsterland

Reiten im Münsterland: SAGA Reitschule Wulfenhof

Auf dem Wulfenhof bei Dorsten soll Miriam Kreutzer an Gummibänder denken, während Islandpferd Skalfaxa gerne mal am Zügel zieht.

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Reitschulen im Test Foto: Miriam Kreutzer
Reitschulen im Test Foto: Miriam Kreutzer
Reitschulen im Test Foto: Miriam Kreutzer

Die Ovalbahn des Wulfenhofs ist erstaunlich. Sie besteht aus drei unterschiedlich großen Bahnen, so dass man entweder einen großen Zirkel, ein kleineres oder ein großes Oval von 200 Metern Länge reiten kann. Der Vorteil: Man kann auf unterschiedlich gebogenen Linien arbeiten. Und auf dem kleinen Oval ist der Trainer nicht so weit entfernt wie auf üblichen Bahnen. Zusätzlich gibt es hier eine 20 x 40 große Meter Reithalle, einen Außenplatz und Longierzirkel.

Britta Becker ist IPZV Trainer C und IPZV Jungpferdebereiter. Sie ist für Reitunterricht, Pflege und Fütterung sowie die Ausbildung der Jungpferde verantwortlich. Der Name meines Schulpferds Skalfaxa ist isländisch und bedeutet „Wolkenmähne“. Das passt gut, da die Stute besonders wuscheliges Langhaar hat. Sie ist erst fünf Jahre alt und seit Januar 2013 unterm Sattel. Britta Becker wählt die Rappstute für mich, weil sie offenbar besonders gut töltet und ich bei der Anmeldung den Wunsch äußerte, tölten zu wollen. Zudem soll die junge Stute sehr brav sein und wird daher auch schon im Kinderunterricht eingesetzt.

Skalfaxa lebt – wie alle Pferde hier – im Offenstall. Ein großer Teil des Stalls hat Putzplätze, das Sattelzeug findet man gegenüber. Die Sattelkammer der Schulpferde sieht auf den ersten Blick gut organisiert aus. Allerdings hat Skalfaxa aktuell weder eigenes Putzzeug noch Trense oder Sattel. „Wir haben mehrere Pferde verkauft, andere sind dazu gekommen. Deshalb müssen wir die Ausrüstung erneut zuordnen. Normalerweise hat hier jedes Pferd sein eigenes Sattelzeug“, sagt Britta Becker und wählt eine gut passende Ausrüstung für Skalfaxa.

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Reitschul-Test: Reiten im Münsterland

Auf der Ovalbahn merke ich, dass die Rappstute sehr fleißig ist. Eifrig läuft sie vorwärts. Britta Becker setzt sich auf einen Stuhl in der Mitte des Zirkels, von wo aus sie Unterricht gibt. Ich soll Skalfaxa langsam reiten. Konkret bedeutet das, dass ich sie über Sitz und Zügel zurückholen und auf diese Art und Weise später auch tölten soll. Bevor das so weit ist, wünscht sich Becker eine lange Lösungsphase. Ich reite die Stute am langen Zügel Schritt und Trab – und komme leicht ins Schwimmen.

Skalfaxa neigt dazu, den Kopf zu senken und versucht, mir ruckartig die Zügel zu entreißen. „Das liegt daran, dass wir Skalfaxa bereits häufig unter Kindern einsetzen, weil sie so lieb ist“, meint die Trainerin. Offenbar hat die Isländerstute schnell gemerkt, dass kleinere Kinder noch nicht so gut einwirken können wie größere, erfahrene Reiter.

Dazu kommt eine weitere Unart: Skalfaxa sperrt ständig das Maul auf, obwohl ich wenig mit den Zügeln mache. Die Stute habe sich noch nicht ganz ans Gebiss gewöhnt, meint die Trainerin. Ich soll Skalfaxa über die Stimme beruhigen und zurücknehmen. Darauf reagiert die Fünfjährige gut. Britta Becker korrigiert zwischendurch immer wieder meinen Sitz. Ich soll gerader sitzen und die Schenkel konstanter ans Pferd legen. Zum Tölten soll ich das Schulpferd ruhig im Schritt reiten, daraus die vierte Gangart entwickeln. Bei der Zügelführung soll ich an ein Gummiband denken und mit der Hand nachgeben, wenn Skalfaxa richtig reagiert.



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Die Trainerin bekommt eineinhalb Hufeisen. Sie hat mich am Testtag gut begleitet und viel Wert auf lösende Arbeit gelegt. Viel Neues lernte ich nicht. Schulpferd Skalfaxa ist zu jung und entsprechend zu wenig ausgebildet, um schon von kleinen Kindern geritten zu werden. Auch wenn die fünfjährige Isländerstute brav ist, zeigt sie mittels Maulsperren und Kopfschlagen deutlich ihren Unmut. Solche Unarten lassen sich später immer schwerer korrigieren.

Pluspunkte sammelt Skalfaxa vor allem im Tölt, der gut klappte, wie Britta Becker angekündigt hatte. Ich bewerte die Leistung des Schulpferds mit einem Hufeisen.

Reitschul-Test: Reiten im Münsterland

Der Betrieb punktet mit einer schönen Anlage. Im Sommer gibt es zwölf Stunden Weidegang täglich, alle Pferde leben im 3-Sterne-LAG-Stall in artgerechter Gruppenhaltung. Fein wäre, wenn jedes Tier eigenes Putz- und Sattelzeug hätte. Der Betrieb erhält zwei Hufeisen.

Die Schnupperstunde besteht aus 30 Minuten Pferdepflege sowie 30 Minuten Reitunterricht und kostet 15 Euro. Wer öfter vorbeikommt, zahlt für eine Einzelstunde 25 Euro. Wöchentliche Gruppenstunden mit maximal sieben Reitschülern kosten 56 Euro im Monat. Das Preis-Leistungs-Verhältnis bewerte ich mit zwei Hufeisen.

Bewertung

Schulpferd: eins von drei Hufeisen
Reitlehrer: eineinhalb von drei Hufeisen
Reitbetrieb: zwei von drei Hufeisen
Preis-Leistung: zwei von drei Hufeisen

Kontakt

SAGA Reitschule Wulfenhof
Orthöver Weg 200
46284 Dorsten
Tel. 02369-209700
www.wulfenhof.de


15.12.2013
Autor: Miriam Kreutzer
© CAVALLO
Ausgabe Dezember 2013 /2013