Reitschul-Test: Reiten im Saarland

Reiten im Saarland: Islandpferdezentrum Sagabaer

Tipps für Reitschüler: CAVALLO-Redakteurin Miriam Kreutzer hat vier Reitschulen im Saarland getestet. Reiten in der Kurpfalz: Hier finden Sie Ergebnisse und Fotos!

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Reitschulen im Test Foto: Miriam Kreutzer
Reitschulen im Test Foto: Miriam Kreutzer
Reitschulen im Test Foto: Miriam Kreutzer

Reitlehrerin Claudia Achilles hat eine Reitstunde für 15 Uhr vereinbart. Nachdem ich 20 Minuten auf sie gewartet habe, rufen sie die Mitarbeiter auf dem Handy an. Sie wisse nichts von unserem Termin und könne auch nicht kommen, erklärt sie. Ich frage, ob jemand anderes den Unterricht geben könne. "Steffi† kann das machen“, sagt Claudia Achilles am Telefon.

Obwohl Steffi Görtzen diese Stunde unvorbereitet trifft, begleitet sie mich von Anfang an gewissenhaft und aktiv. Sie ist selbst erst seit acht Wochen auf dem Hof. Görtzen fragt nach meinen Kenntnissen. Daraufhin holen wir Isländer-Stute Nikita aus ihrer Box und bringen sie zum Putzplatz. Nikita ist etwa zehn Jahre alt. "Letztes Jahr hatte sie im Sommer Herz-Kreislaufprobleme, deshalb kommt sie zurzeit auf den Matschpaddock direkt beim Stall", sagt sie. So kann der Betrieb die Stute ständig beobachten.

Steffi Görtzen legt Wert darauf, dass beim Satteln der Gurt locker bleibt. Das Sattelpad soll ich gut aufkammern. Nikita hat ein Hufeisen verloren, die restlichen sind locker. Der Schmied ist überfällig. "Morgen kommt der Hufschmied", sagt Görtzen. Die losen Eisen sind ihr unangenehm. Dann gehen wir zum Reitplatz, und die Stunde beginnt. "Das Pferd soll nur einmal eine Hilfe bekommen, dann muss es laufen", sagt Steffi Görtzen und startet den Unterricht auf dem etwa 16 x 30 Meter großen Außenreitplatz.

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Reitschul-Test: Reiten im Saarland

"Danach soll man es lediglich erinnern, wenn es langsamer wird." Wir üben Tempowechsel im Schritt. Auf den kurzen Seiten soll ich Körperspannung aufbauen, indem ich die Bauchmuskeln fest anspanne, tief einsitze und die Ellbogen fest mache. Nikita drosselt ihr Tempo. Auf den langen Seiten sitze ich wieder ganz locker. Die Stute legt flott an Tempo zu. "Das ist die Vorbereitungsübung für den Tölt", erklärt die Reitlehrerin.

Es ist ihr wichtig, dass der Reiter Hintergründe und Zusammenhänge versteht. Sie zeigt mit Armen und Beinen, welcher Takt zu welcher Gangart gehört und warum der Trab für manche Isländer so schwierig ist. "Es fehlt die Schwebephase", erklärt sie und trabt selbst neben mir her. "Nikita ist ein bemühtes Pony, aber noch nicht hundertprozentig ausgebilde", sagt Görtzen. Ihr Trab ist schauklig. Ich habe große Mühe, beim Leichttraben den Takt zu halten. "Nur minimal aufstehen, es ist eine ganz kleine, leichte Bewegung." Mit diesem Tipp komme ich zurecht, allerdings schummelt sich immer wieder eine Galopprolle in den Trab.

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Reitschul-Test: Reiten im Saarland

Die Reitlehrerin übt so lange, bis der Trab taktklar funktioniert. Erst dann geht es ans Tölten. Dazu soll ich wieder Körperspannung aufbauen, die Hände hochnehmen und treiben. "Bleiben Sie in der Spannung", fordert Görtzen. "Wenn es sich ruhig und bequem anfühlt, ist es taktklar." Mit dieser Lektion beschließt sie die Stunde, die kaum lehrreicher hätte sein können. Die Trainerin B und Pferdewirtin ist die ganze Zeit bei mir. Sie hat für jede Situation einen Tipp, fordert den Reiter und lässt nicht locker, bis alles klappt. Das motiviert. Für den intensiven und abwechslungsreichen Unterricht gebe ich ihr drei Hufeisen.

Isländer-Stute Nikita ist ein braves Schulpferd. Sie hat noch ein paar Ausbildungslücken, die etwas Abzug kosten. Weil ihre Gänge noch nicht taktklar sind, ziehe ich ein Hufeisen ab. Ein halbes verliert sie, weil sie gegen Ende der Stunde selbstständig aufmarschiert. Am Ende bleiben anderthalb Hufeisen.

Dem Betrieb fehlt eine Reithalle. Bei einem Weidezaun am Paddock ist ein Querbalken gebrochen, hier besteht Verletzungsgefahr. Der Hufschmied ist überfällig. Die Weiden der Schulpferde erstrecken sich weit bis zum angrenzenden Tal. Nikitas Innenbox mit Blick auf die Stallgasse ist etwa 2,50 x 3 Meter groß und am Testtag sauber gemistet. Die sechs Schulpferde sind täglich draußen. Nikitas Sattel und Trense sind in gutem Zustand. Der Betrieb bekommt anderthalb Hufeisen. Die 45-minütige Einzelstunde hat 20 Euro gekostet. Das ist günstig für den lehrreichen Unterricht auf einem guten Schulpferd. Hier könnte der Betrieb mehr verlangen und in die Erhaltung der Anlage und in die Hufpflege investieren. Zwei Hufeisen für das Preis-Leistungs-Verhältnis.



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Bewertung

Schulpferd: eineinhalb von drei Hufeisen
Reitlehrer: drei von drei Hufeisen
Reitbetrieb: eineinhalb von drei Hufeisen
Preis-Leistung: zwei von drei Hufeisen

Kontakt

Islandpferdezentrum Sagabaer
66346 Püttlingen
Tel. 06898-62790
www.sagabaer.de

Fotostrecke: Test: Reitschulen in der Ortenau

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Pferde reiten Reitsport CAVALLO Foto: CAVALLO
Pferde reiten Reitsport CAVALLO Foto: CAVALLO
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18.12.2012
Autor: Miriam Kreutzer
© CAVALLO
Ausgabe 12/2012