So fahren Pferde sicher Hänger

Richtiges Anbinden im Hänger

Jeder Transport ist stressig fürs Pferd. Doch Sie können eine Menge tun, damit Ihr Vierbeiner entspannter reist. Manchmal helfen schon Kleinigkeiten.

 

CAVALLO Tipps für sicheres Hängerfahren
Foto: Rädlein Sicheres Anbinden - besser nur einseitig.

FÜR MANCHE PFERDE KOMMT KEINE DER KONVENTIONELLEN TRANSPORTLÖSUNGEN IN FRAGE

Sie steigen, toben, werfen sich hin – oder versuchen sogar, aus dem Fenster eines LKW zu springen. Panikattacken während der Fahrt deuten auf Platzangst hin. Das enge Abteil allein ist allerdings meist gar nicht das Problem. „Vielmehr macht die Kombination aus Enge und dem Gefühl, den Halt zu verlieren, wenn sich das Fahrzeug zu bewegen beginnt, den Pferden zu schaffen“, erklärt Professor Christine Aurich. Dafür spricht auch eine Studie, die zeigte: In einem engen Untersuchungsstand haben Pferde keine ähnliche Stressreaktion wie im Hängerabteil.

Pferden mit Platzangst können Sie die Fahrt womöglich mit einer recht simplen Maßnahme erleichtern: Die Trennwand bleibt im konventionellen Zweipferdehänger draußen. Durchgehende Brust- und Heckstangen dürfen jedoch nicht fehlen, damit Ihr Pferd bei Steigungen oder beim Abbremsen besser geschützt ist. Solche Stangen gibt es bei den jeweiligen Hängerherstellern oder etwa bei der Firma PASS (www.pas-systeme.de). Diese sollen für fast alle gängigen Zweipferdehänger geeignet sein.

In einem Hänger-Modell mit Schrägverladung geht’s noch einfacher. Hier lassen sich die Trennwände oft einzeln herausnehmen, sodass Sie Ihrem Pferd mehr Raum geben können. Erwachsene Pferde komplett freistehend auf dem Pferdeanhänger zu transportieren, ohne sie anzubinden, ist dagegen riskant.

"Rechtliche Vorgaben gibt es hier nicht, jedoch bekommen Sie bei einem Unfall womöglich Probleme mit der Versicherung“, sagt Rechtsanwältin Ortrun Voß aus Essen. Denn ohne Strick kann sich das Pferd zu viel im Hänger bewegen und so das ganze Gespann aus der Balance bringen. Bei Fohlen hingegen ist der freie Transport üblich – und aufgrund ihres geringen Gewichts unproblematisch. Ein Fohlengitter an der Hängerklappe sorgt dafür, dass die Kleinen an Bord bleiben.

Loading  

BEIM ANBINDEN GEHT ES UM SICHERHEIT UND KOMFORT

Ein Strick mit Panikhaken ist die sicherste Lösung. Der sollte so lang sein, dass das Pferd den Kopf noch leicht zur Seite, sich
selbst aber nicht umdrehen kann. Ein zu kurzer Strick sorgt leicht für Panik, eine lange Leine wickelt sich im schlimmsten Fall um Hals oder Vorderbeine. Am stressigsten fürs Pferd ist es übrigens, wenn es beidseitig angebunden im Hänger stehen muss. Das haben wissenschaftliche Studien ergeben.

 

CAVALLO Tipps für sicheres Hängerfahren
Foto: Rädlein Sicherheit bedeutete auch, sich anlehnen zu können.

DIE BEDEUTUNG DER STANGEN WIRD OFT UNTERSCHÄTZT

Im klassischen Zwei-Pferdehänger ist es wichtig, Brust- und Heckstangen korrekt anzupassen. Eine konkrete Empfehlung, wie hoch oder tief die Stangen angebracht sein sollten, gibt es allerdings auch von Seiten der Hersteller nicht. Die Stangen müssen jedenfalls so tief hängen, dass das Pferd nicht drunter durch tauchen kann; und sie sollten so hoch angebracht sein, dass das Tier nicht hinten auf der Stange „sitzt“ und bei stärkerem Abbremsen nicht nach vorne über die Bruststange kippt.

Passt die Voreinstellung in Ihrem Hänger nicht optimal für Ihr Pferd, etwa, weil es zu klein oder zu groß ist, sollten Sie die Einhängevorrichtungen in der richtigen Höhe nachrüsten lassen. Die Stangen dürfen Ihr Pferd außerdem nicht im Abteil einengen. Ein zu großer Abstand ist allerdings ebenso gefährlich: Mehr als einen Schritt sollte Ihr Pferd nicht tun müssen, um sich, je nach Fahrmanöver und Straßenverlauf, an der vorderen oder hinteren Stange abstützen zu können.

Fotostrecke: Sicherheit im Pferdehänger: Bruststangen im Hänger

16 Bilder
Foto: Arturo Rivas
Foto: Arturo Rivas
Foto: Arturo Rivas

Fotostrecke: Fotostrecke: Morsche Hängerböden prüfen

11 Bilder
Pferdeanhänger Hänger Foto: Lisa Rädlein
Pferdeanhänger Hänger Foto: Lisa Rädlein
Pferdeanhänger Hänger Foto: Lisa Rädlein

18.10.2016
Autor: Redaktion CAVALLO
© CAVALLO
Ausgabe /2016