Motorbetriebene Schubkarre CrossCargo im Praxis-Test

Test: Leichte Arbeit dank Motor-Schubkarre?


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Elektrokarre Schubkarre Misten
Foto: Lisa Rädlein

 

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Elektrischer Stall-Helfer: Bei der Schubkarre CrossCargo von Averde geht ein Motor dem Menschen zur Hand. Schieben sich Pferdemist und Einstreu so wirklich leichter? CAVALLO machte den Test.

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Elektrokarre Schubkarre Misten
Foto: Lisa Rädlein Redakteurin Kristina Glaser im Einsatz.

Wer mit dicken Muckis prahlen möchte, braucht sich künftig nicht mehr stundenlang im Fitness-Studio zu quälen. Die neue motorbetriebene Schubkarre „CrossCargo“ von Averde macht’s möglich, sich ein paar Muskeln unauffällig anzuschummeln. Schon schieben sich Kleinballen und Pferdemist wie von selbst – sogar den Hang hinauf.

Schubkarren sind in jedem Stall unersetzlich. Was sonst noch dringend an technischem Gerät in einen Stall gehört, lesen Sie in der Umfrage mit Stallbetreibern ab dieser Seite unten.

Doch auch unter Schubkarren gibt es besondere Modelle. CAVALLO testete den motorisierten Hofhelfer von Averde mit 100 Litern Fassungsvermögen unter Extrembedingungen. Auf dem Hof von Hans-Martin Deuschle im schwäbischen Köngen (Tel. 0172-6451400) liegt Schnee, und der Frost der Nacht ließ sogar die größten Pfützen gefrieren. Doch das luftbereifte Rad der Schubkarre hat Stollenprofil und ignoriert die Härten des Winters. Beladen mit 35 Kilo Sägespäne, schiebt sich der CrossCargo mühelos auf dem Betriebsgelände den kleinen Hang hinauf. Für die guten Klettereigenschaften sorgt ein Drehmoment von 17 Newtonmetern.

Auf den ersten Blick sieht das Testgerät wie eine gewöhnliche Schubkarre mit Zinkwanne aus. Stellt man sie jedoch auf den Kopf, kommt darunter ein blauer Kasten zum Vorschein, in dem die Elektronik versteckt ist. Ein Kabel führt von dort nach vorne zum Radnabenmotor. Laut Hersteller ist dieser wesentlich beständiger als ein störanfälliger Getriebemotor. Um stets gute Qualität zu liefern, schwört Averde auf Elektrik made in Germany. Eine Dusche unter dem Hochdruckreiniger würde allerdings auch diese deutsche Wertarbeit nicht überstehen.

Der blaue Kasten ist an einen Blechboden montiert, auf den auch die Zinkwanne geschraubt ist. Das bringt Stabilität in die Karre, und die Wanne lockert sich nicht so leicht wie bei einer Befestigung am Rahmen. Links am Griff befinden sich sämtliche Knöpfe und Regler: Akku-Anzeige, Startknopf für den Motor sowie der stufenlose Geschwindigkeitsregler. Den müssen die CAVALLO-Tester nur nach links ziehen, und schon geht’s voran. Wer ein ohrenbetäubendes Rattern à la Rasenmäher erwartet, wird staunen. Der Radnabenmotor macht sich lediglich durch ein leises Surren bemerkbar. Die Knöpfe lassen sich alle mit dem Daumen bedienen, umgreifen ist daher nicht nötig. Auch kleine Frauenhände kommen mit dem Schaltkörper gut zurecht. Averde gibt sich damit aber nicht zufrieden und bietet ab Januar einen neuen, ergonomisch geformten Schaltkörper an, dessen Knöpfe noch dichter beieinanderliegen.

Die Tester waren positiv überrascht, wie kräftig die Schubkarre nach vorne zieht; sie kamen zu Fuß kaum hinterher. Doch das Gefühl für die Geschwindigkeit pendelt sich schnell ein. Zudem ist das Tempo elektronisch geregelt. Wer schneller als vier Stundenkilometer läuft, kann allein schieben, ohne Motorunterstützung, denn dann schaltet sich der Vortrieb wieder ab. Die Last in den Armen nimmt der CrossCargo den Testern natürlich nicht ab, und so machen sich 35 Kilo Fracht nach einigen Fahrten doch in den Oberarmen bemerkbar. Allerdings geht die Arbeit wesentlich leichter von der Hand, wenn die Last nur noch gehoben und nicht mehr geschoben werden muss.

Der CrossCargo hat eine elektromagnetische Bremse. Bei einer Fahrt bergab bremst sie die Karre auf Knopfdruck und lädt zeitgleich den Akku auf. Je schneller man schiebt, desto stärker arbeitet sie. Zu starkes Bremsen, wobei das Rad blockiert, ist nicht möglich – das verhindert, dass Karre und Ladung kippen können. Der CrossCargo stellt dies auf den verschneiten Hängen rund um den Hof zugkräftig unter Beweis. Selbst auf Schnee und rutschigem Gras bringt er die Ladung problemlos den Hang hoch und wieder hinunter. Lediglich beim Anschieben über kleine Grashubbel müssen die eigenen Muskeln kurz mal selbst aktiv werden.Die Akkus laufen im Dauerbetrieb bei Hofarbeit etwa fünf Stunden. Wer die Schubkarre in einer Tour die Hänge hoch und hinunter schiebt, verkürzt natürlich die Akku-Laufzeit. Künftig bietet Averde auch Wechselakkus an, und an einem Konzept für Solarbatterien tüftelt die Firma bereits. Zum Aufladen parkt die Schubkarre am besten direkt neben einer üblichen Steckdose, an die das Ladegerät (110-230 Volt) mit Betriebsanzeige angeschlossen wird. Nach vier Stunden ist die Karre fit für den nächsten Einsatz, und die Lampe am Ladegerät leuchtet grün.

Die Motor-Schubkarre CrossCargo von Averde gibt es neben der Testversion mit 100-Liter-Mulde für knapp 750 Euro auch noch mit einer 175-Liter-Mulde für rund 900 Euro. Beide Geräte wuchten auf ebener Fläche maximal 150 Kilogramm. Solche Last schiebt sich mit Hilfsmotor einfach leichter.

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Foto: Rädlein
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Hippogold Master Foto: Lisa Rädlein
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19.10.2011
Autor: Kristina Glaser
© CAVALLO
Ausgabe 05/2010