Ledergebiss im Test: Wie rittig ist mein Pferd?

Pfiffiger Materialmix: Von Feeling gibt es bei Ekkia nun mit Leder ummantelte Metallgebisse. Sie sollen Pferde animieren, mehr zu kauen. Manche Pferde nehmen Ledergebisse lieber ins Maul. Redakteurin Regina Kühr hat das Gebiss ausprobiert und berichtet, wie sich ihr Pferd damit reiten lässt.

 

CAVALLO Ledergebiss
Foto: Kühr Stute Felina mit Ledergebiss.

Der erste Eindruck: Das Ekkia-Ledergebiss ist ein aus Edelstahl gefertigtes Mundstück, das mit Leder ummantelt ist. Getestet wird ein 19 mm starkes Olivkopfgebiss in der Größe 13,5. Auf den ersten Eindruck wirkt das Gebiss dick. Die Lederummantelung wird von einer breiten Naht zusammengehalten. Vor der ersten Anwendung soll das Gebiss einen Tag in Pflanzenöl eingeweicht werden, und vor jedem Ritt soll es kurz in Wasser getaucht werden.

Seitlich am Olivkopfgebiss verläuft ein dünner Lederstreifen. Das Leder als solches macht einen guten Eindruck und ist geruchsneutral. Das Gebiss liegt in der Preisklasse zwischen 27 bis 35 Euro .

Der erste Ritt mit Ledergebiss:
Vor dem Reiten darf Stute Felina am Gebiss schnuppern. Als sie das Gebiss im Maul hat, schiebt sie es hin und her, leckt, flehmt und kaut. Ob sie auf das Öl am Leder reagier? Auf der Stallgasse scheint ihr das Gebiss zu gefallen, sie kaut darauf wie auf einem Leckerlie. Offen bleibt, wie sie unter dem Sattel reagieren wird, denn dicke Gebisse mag sie weniger gerne.

Am langen Zügel kaut Felina weiter auf dem Leder. Auch im Trab nimmt sie das Gebiss gut an. Nach der Lösungsphase geht es in versammelndere Lektionen: Seitengänge, Übergänge, enge Wendungen. Während die Stute sonst rege auf ihrer gewohnten Wassertrense kaut, tut sie das jetzt nicht. Zwar bleibt sie brav und konzentriert, doch ich habe das Gefühl, trotz möglichst weicher Hand und lockerer Anlehnung keine wirklich gute Verbindung zu ihrem Maul zu bekommen.

 

CAVALLO Ledergebiss
Foto: Kühr Schneller Abrieb: Das Olivkopfgebiss ist mit Leder ummantelt.

Der 21-Tage-Test:
Drei Wochen gebe ich mir und der Stute Zeit, das Gebiss zu testen. Bei Außentemperaturen um -15 Grad fällt positiv auf, dass das Gebiss im Vergleich zu nicht mit Leder ummantelten Gebissen vom Pferd lieber ins Maul genommen wird. Nach dem Reiten spüle ich das Gebiss ganz normal ab. Über Nacht wird es etwas hart, was sich behebt, wenn ich es vor dem Reiten kurz mit warmen Wasser abspüle. Daneben soll man es regelmäßig mit Sonnenblumenöl pflegen. Felina ist der Geschmack des Öls egal, wie ich mit der Zeit feststelle. Nach etwa 10 Tagen zeigen sich erste Risse und Abschabungen im Leder. Unterm Sattel bleibt es wie gehabt: Sobald es an versammelndere Dressurlektionen geht, kaut Felina nicht mehr.

Mein Fazit:
Für meine Stute Felina kommt dieses Ledergebiss nicht in Frage. Für sie ist die Gebisstärke zu dick. Ein Fragezeichen bleibt bei der Haltbarkeit des Ledergebisses: Nach erst drei Wochen sollte es weniger Verschleißspuren zeigen. Das Olivkopfgebiss selbst sollte an den Seitenteilen vielleicht komplett mit Leder ummantelt sein, um das Pferdemaul zu schützen.

Finden Sie das Thema spannend? Dann lesen Sie im CAVALLO April-Heft - ab dem 21. März 2012 am Kiosk - den CAVALLO Praxis-Test rund um Ledergebisse.

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Fotostrecke: Pferdemaul: So finden Sie das passende Gebiss

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CAVALLO Gebiss-Test Foto: Arturo Rivas
CAVALLO Gebiss-Test Foto: Arturo Rivas
CAVALLO Gebiss-Test Foto: Arturo Rivas
21.02.2012
Autor: Redaktion CAVALLO / Regina Kühr
© CAVALLO