Tolle Bilder: So erlebt Vielseitigkeitsreiter Michael Jung die Geländeprüfung in Marbach - plus Fotostrecke! mehr ...
Test: Reitschulen in der Neckar Alb Region
AK Westerntraining, Walddorfhäslach
Woran erkennt ein Pferd, ob es jetzt Western oder Dressur geritten wird? „Am Sattel“, lautet die überraschende Anwort der Reitlehrerin.
Mehr zum Thema Tag der offenen Stalltür: Reitschulen und Pferdebetriebe erkunden Alle Teilnehmer des Jahres 2012 im Überblick Tipps für Reitschüler: CAVALLO testet Reitschulen in Darmstadt Tipps für Reitschüler: CAVALLO testet Reitschulen in Kiel
So testet CAVALLO Reitschulen
Diskutieren Sie im CAVALLO-Forum über Reitschulen
Der rundliche Norweger Freddy schnappt halbherzig nach mir, als ich zu putzen beginne. Das hat Reitlehrerin und Betriebsleiterin Ann Katrin Querbach sicher nicht mit „Anfreunden“ gemeint, als sie mir den 19-jährigen Wallach gab.
Sie bietet Dressur- und Westernunterricht in 30-minütigen Einzelstunden. Freddy ist eins ihrer eigenen Pferde. „Ich setze ihn für die erste Stufe des Unterrichts ein, wenn die Reiter Umsteiger oder Anfänger im Westernreiten sind“, erklärt sie „Wenn ein Schüler auf dem aktuellen Pferd fein genug reitet, erreicht er die nächste Stufe und bekommt ein etwas besser ausgebildetes Tier.“
In der Halle soll ich mich an Freddy gewöhnen. Wir starten mit dem Impulsreiten: Das Pferd bekommt eine Hilfe und soll daraufhin zuverlässig laufen. Dazu sollen wir antraben. Freddy reagiert nicht auf meine Schenkelhilfe. Ich schnalze – und Freddy joggt los. Dann verlangsamt er seinen Jog immer wieder, sodass ich treiben oder schnalzen muss, damit er nicht in den Schritt zurückfällt.
Während ich Zirkel reite und laufend die Hand wechsle, korrigiert Querbach den Sitz. Dann soll ich eine Zügelbrücke bilden und mit großen Bewegungen lenken, ohne mit der äußeren Hand über den Mähnenkamm zu kommen. Freddy reagiert vorbildlich.
CAVALLO: Reitschule im Test Süd auf einer größeren Karte anzeigen
Da er auch in Dressur ausgebildet ist, bin ich neugierig, wie Freddy die Reitweise erkannt hat, die wir heute gewählt haben. „Das merkt er schon am Sattel, den er jeweils trägt“, sagt Querbach und bittet mich zum Experiment: Ich soll die Zügel annehmen und mehr treiben. Sofort fällt Freddy in den Dressur-Trab. Ich lasse die Zügel wieder länger – und wir sind wieder im Jog. Freddy ist rittig, aber mit Stimme feiner zu reiten als mit Schenkel- und Gewichtshilfen. Er versucht nicht zu tricksen und ist wunderbar auszusitzen, wofür er zwei Eisen bekommt.
Obwohl ich extra darauf hingewiesen habe, dass ich keine Western-Anfängerin bin, gab Ann Katrin Querbach eine Anfängerstunde. Sie ist Trainerin B jeweils im Spring-, Dressur- und Westernreiten. Sporen scheinen bei ihr Pflicht zu sein: Die nächste Schülerin ritt Freddy mit Sporen, obwohl er das Western-Einsteigerpferd ist. „Das dient der Massage des Pferds“, behauptet Querbach. „Zum anderen können wir da spezielle Muskeln ganz direkt ansprechen.“ Das Erste ist falsch, das Zweite fraglich. Daher sollten Sporen nur von guten Reitern eingesetzt werden und nicht allgemein üblich sein. Querbach erhält eineinhalb Eisen.
Der Betrieb ist klein, ordentlich und gepflegt. Da die Pferde Western und klassisch geritten werden, hat jedes Tier zwei Sättel. Pferde, die im Unterricht gehen, haben Zugang zu kleinen Paddocks. Dazu sind die Pferde täglich auf den Koppeln. Wander- und Ausritte gehören regelmäßig zum Unterricht. Dafür erntet der Betrieb drei Eisen.
Für die 30 Minuten musste ich 25 Euro bezahlen, die Zehnerkarte kostet 240 Euro. Das ist recht teuer. Da die Pferde gut ausgebildet und zuverlässig sind, verdient das Preis-Leistungsverhältnis eineinhalb Eisen.
Bewertung
Schulpferd: zwei von drei Hufeisen
Reitlehrer: eineinhalb von drei Hufeisen
Reitbetrieb: drei von drei Hufeisen
Preis-Leistung: eineinhalb von drei Hufeisen
Kontakt
AK Westerntraining
72141 Walddorfhäslach
Tel. (0178)2098586
www.ak-westerntraining.de



