Sattelpad-Test: Hersteller, Material, Preise im Überblick

6 Sattelpads im Test: Die Ergebnisse

Sattelpads sollen den Pferderücken schonen. Sie sind aus Gel, High-Tech-Schaum oder hochwertigem Lammfell. Dämpfen sie den Druck unterm Sattel? Der CAVALLO-Test zeigt die Ergebnisse. Ein Sattelpad wird von CAVALLO empfohlen.

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CAVALLO Sattelpads und Sattelunterlagen Foto: Hersteller: Krämer Pferdesport
CAVALLO Sattelpads und Sattelunterlagen Foto: Hersteller: dt-saddlery
CAVALLO Sattelpads und Sattelunterlagen Foto: Hersteller: Busse

Zuerst prüft Messexperte Roland Kleinschroth von Savecomp Megascan, welchen Druck Sattel und Reiterin mit der üblichen Satteldecke auf Alegres Rücken bringen. Das sind die Ausgangswerte für die Messung. Sie liegen bei rund 5 Newton pro Quadratzentimeter im Schritt. Im Trab sind es etwa 8. Das entspricht einem Wert von etwa 800 Gramm pro Quadratzentimeter. Das Druckbild zeigt auch, dass Alegres Sattel eine große Auflagefläche bietet und den Druck gleichmäßig verteilt.

Welche Sattelpads sind empfehlenswert? Zur Diskussion im CAVALLO-Forum

Das Lammfell-Pad:
Das plüschige Lammfell-Pad, das viele Reiter unter ihre Sättel legen, macht den Eindruck, als dämpfe es Stöße besonders gut. In der Tat verringern sich durchs Lammfell die Druckspitzen auf 2,1 N/cm2 im Schritt, im Trab auf rund 5,9 N/cm2. Das Fell-Pad bietet aber weniger Auflagefläche als der Sattel mit normaler Decke. Andrea Schmitz würde so ein Fell nicht dauerhaft zwischen Sattel und Schabracke legen. „Das wäre für mich eine Lösung bei sensiblen Pferden, die von Natur aus etwas spannig sind“, sagt sie. „Oder wenn sie aufgrund geringerer Rückenmuskulatur empfindlich sind.“ Um ihren Pferden mehr Komfort beim Reiten zu bieten, würde Trainerin Andrea Schmitz eher zu dünneren Pads greifen, die eine größere Auflagefläche bieten.
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Das Akton-Pad:
Das Akton-Pad ist mit rund einem Zentimeter recht dünn. Diese Sattelunterlage dämpft im Test die Druckspitzen im Schritt auf 1,9 N/cm2 und im Trab auf 2,3 N/cm2. Allerdings ist auch hier die Auflagefläche wesentlich geringer als ohne die Mittelschicht unterm Sattel. Der Druck wird
also auf einer kleineren Fläche verteilt.
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CAVALLO Sattelpads und Sattelunterlagen Foto: Hersteller: Krämer Pferdesport
CAVALLO Sattelpads und Sattelunterlagen Foto: Hersteller: dt-saddlery
CAVALLO Sattelpads und Sattelunterlagen Foto: Hersteller: Busse

Contour Ultra Thinline + von CAVALLO empfohlen+

Neu auf dem Markt ist ein Pad aus einem offenporigen Schaum. Es ist mit vier Millimetern extrem dünn und ähnelt in der Form einer normalen Satteldecke. „Das Pad liegt sehr flächig auf und verteilt den Druck gleichmäßig“, urteilt Roland Kleinschroth. Das Material selbst ist zwar extrem flexibel, aber trotzdem fest. „Das ist gut, denn zu weiches Material lässt leichter Druck durch, da es sich ohne Probleme zusammendrücken lässt“, erklärt Kleinschroth. Das Test-Modell hat im Schritt Werte von 1,7 N/cm2, im Trab dämpft es die Druckspitzen auf 3,1 N/cm2. Es hinterlässt einen guten Eindruck. Zum einen, weil es extrem dünn ist und damit den Reiter nah am Pferd sitzen lässt. Damit kommt es der Philosophie von Andrea Schmitz, so wenig wie möglich unter den Sattel zu legen, am nächsten. Zum anderen liegt es sehr flächig auf, verteilt daher den Druck gleichmäßig und dämpft ihn.
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Das Gel-Pad:
Bei dem durchsichtigen Gel-Pad mit Lüftungslöchern sind die Messwerte im CAVALLO-Test ähnlich. Hier wirken im Schritt 1,5 N/cm2 und im Trab 2,5 N/cm2. „Bei diesem Modell sieht man sehr gut, dass es bei höherer Geschwindigkeit stärker aufliegt“, sagt Roland Kleinschroth. „Das ist insofern gut, da im Trab die Werte allgemein höher sind. Bei einer größeren Auflagefläche verteilt sich dann der Druck besser.“ Auch die Druckverteilung ist bei diesem Pad recht symmetrisch.
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Das Memoform Sattelpad:
Das recht dicke, steife Pad aus viskoelastischem Schaum wird erst durch Körperwärme weicher. Dann passt es sich den Konturen des Rückens an. Es liefert im Test gute Werte. Trotzdem sorgt es für Stirnrunzeln bei Kleinschroth: „Auf einer relativ großen Fläche messen wir keinen Druck, weil das Pad keine durchgehende Kontaktfläche bietet. Es liegt aber flächig auf.“ Eventuell reagiert es verzögert auf Körperwärme. Ein weiterer Grund könnte sein, dass der Schaum das Eigengewicht des Sattels dämpft. Während der Messung kann man anhand der Einzelbilder auf dem Laptop sehr gut erkennen, dass das Pad im Leichttraben den Rücken komplett be- und wieder entlastet. Im Schritt dämpft die Unterlage auf ungefähr 1,4 N/cm2, im Trab nur auf 4,2 N/cm2. Kleinschroth: „Das Druckbild besteht aus vielen Einzelbildern. Meist waren die Werte sehr niedrig. Ein Ausreißer sorgt jedoch für diesen vergleichsweise hohen Wert.“
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Das Keyhole-Pad:
Ein Ausreißer im CAVALLO-Test ist auch das Pad in Tennisschlägerform. Denn es ist eigentlich zur Korrektur bei abfallender Sattellage gedacht. Die hat Alegre nicht. Bleibt die Frage, ob man damit einen Sattel korrigieren sollte. Sattler und Osteopathen monieren indes, dass durch solch ein Pad mehr Druck auf der Schulter laste. Messexperte Roland Kleinschroth hat dieselben Bedenken: „Dadurch, dass dieses Pad den Sattel hinten anhebt, bringt es wesentlich mehr Druck auf den vorderen Bereich.“ Er vergleicht es mit der Wirkung eines Stöckelschuhs, bei dem 90 Prozent des Gewichts auf dem Vorfuß liegen und lediglich 10 Prozent auf der Ferse. Da das Keyhole-Pad auch Stöße absorbieren soll, besteht es aus recht dickem Zellkautschuk. Dessen dämpfende Eigenschaften sind im Test gar nicht schlecht: Im Schritt liegen die Messwerte bei 1,6 N/cm2, im Trab sind es 3,8 N/cm2.
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12.03.2012
Autor: Redaktion CAVALLO/Kristina Glaser
© CAVALLO
Ausgabe 01/2012