Stiefeletten: 10 Modelle im Labor-Test - Was halten Reitschuhe aus?

Wie strapazierfähig sind Stiefeletten?

Wie strapazierfähig sind Stiefeletten, in denen man ja nicht nur reitet, sondern auch läuft und mistet? CAVALLO ließ 10 Modelle in Standard-Tests im Labor falten, knicken und abscheuern. Welches Modell sah danach noch gut aus?

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Stiefeletten
Foto: Arturo Rivas

Wem Reitstiefel zu unbequem sind, greift gerne zu ihren kleinen Schwestern, den Stiefeletten. In ihnen läuft es sich angenehm und luftig; sie drücken nicht in der Kniekehle. Manche schlüpfen sogar direkt nach dem Reiten aus den Stiefeln in die Stiefeletten – und bedauern es sehr, wenn die bequemen Schuhe schneller kaputt gehen als die Stiefel.

CAVALLO schickte daher zehn Zugstiefeletten-Paare gängiger Hersteller zum harten Belastungstest in ein Prüflabor nach Pirmasens. Über den Tragekomfort verrät dieser Test nichts: Stiefeletten mit guten Strapazierwerten sind nicht zwingend bequemer.

Das PFI (Prüf- und Forschungsinstitut Pirmasens) prüft und testet seit über 50 Jahren Schuhe. Liselotte Vijselaar, Leiterin der Prüfstelle für Physikalische Materialprüfung des PFI, zerlegte für CAVALLO die zehn Testkandidaten. Weil das Leder der Stiefeletten in der Praxis stark strapaziert wird – im Steigbügel geknickt, im Regen gewässert – testete das PFI die Lederqualität.

An der Sohle gibt es ebenfalls typische Bruchstellen, so dass in einem weiteren Test die Sohle unter die Lupe genommen wurde. Innen ist es besonders unangenehm, wenn das Fersenfutter aufrubbelt. Ein dritter Test prüfte daher die Haltbarkeit des Fersenfutters.

„Die Prüfungen sind alle härter als in der Praxis“, sagt Liselotte Vijselaar. „Sie sollen zeigen, was die Schuhe maximal aushalten.“ Viele Stiefeletten lagen mit guten Ergebnissen so eng beieinander, dass CAVALLO genau differenzierte, um Unterschiede deutlich zu machen: Leder, das nach dem Test nur etwas matt war, schnitt besser ab als Leder, das anschließend faltig war.

Autor: Kristina Glaser
© CAVALLO
Ausgabe 07/2010