Test: Reitschulen im Schwarzwald - CAVALLO empfiehlt

Der blaue Reiter

Beim blauen Reiter bekommt die Testerin keine Floskeln zu hören. Reitlehrerin Claudia Wolfsteiner verfolgt einen anderen Ansatz.

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CAVALLO Reitschultest Schwarzwald Foto: Miriam Kreutzer
CAVALLO Reitschultest Schwarzwald Foto: Miriam Kreutzer
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CAVALLO Reitschultest Schwarzwald
Foto: Miriam Kreutzer

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Wir arbeiten erst ein-mal am Fundament“, eröffnet Reitlehrerin Claudia Wolfsteiner den Unterricht. Das bedeutet hier konkret: Die Hacke muss nicht tief sein. Der Fuß steht flach im Steigbügel und liegt da auf, wo er am breitesten ist. Die Erklärung folgt auf dem Fuß.

„Drückt man die Hacken übertrieben tief nach unten, verspannt man die Wade und den ganzen Körper. Ziel soll aber sein, locker im Sattel zu sitzen.“ Das ist vernünftig. Und es gibt noch weitere gute Tipps zum Sitz: Ich soll auf den Sitzhöckern im Sattel sitzen und stets ein wenig hin und her pendeln. So hält man den Takt, den das Pferd vorgibt, und reguliert gleichzeitig das Tempo.

„Jetzt lehnen Sie sich noch richtig hinten an, dann haben wir einen guten Sitz“, sagt Wolfsteiner. Es ist ihr wichtig, dass sich der Reiter eine gute und lockere Haltung erarbeitet. Viel zu schnell ist meine Einzelstunde zu Ende.

Ich habe einige neue Ansätze kennengelernt und vorhandene verfeinert. Claudia Wolfsteiner arbeitet seit zehn Jahren als Reitlehrerin – allerdings ohne Trainerschein. Ihr Unterricht war lehrreich, spannend und untermauert mit etlichen theoretischen Grundlagen. Dafür bekommt Reitlehrerin Claudia Wolfsteiner die Bestnote: drei Hufeisen.



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Die 17-jährige Camargue-Stute Florence ist ein fein ausgebildetes Pferd. „Sie ist noch unsere Unsensibelste“, behauptet Wolfsteiner. Es gibt für jedes Reiter-Niveau Pferde im Betrieb. Insgesamt sind es 16, von denen die meisten Privatpferde sind, die für den Unterricht zur Verfügung stehen. Florence hat aber eine Macke: Auf der linken Hand geht sie gegen den rechten Zügel. Doch es gibt prompt einen Rat, was hilft: abwechselnd den linken Ringfinger schließen und mit dem inneren Bein treiben. Die Stunde auf diesem guten Lehrpferd hat nicht nur Spaß gemacht, sondern auch neue Erfahrungen gebracht. Die Schimmelstute erhält zwei Hufeisen. Eins ziehe ich Florence ab, weil sie gegen den rechten Zügel geht und ein paar Mal unvermittelt ins Innere der Reitbahn abgebogen ist.

Die Schulpferde verbringen den Sommer außerhalb des Unterrichts tagsüber auf den Weiden, den Winter auf einem großen Paddock. Florence steht in einer etwa 2 x 4 Meter großen Innenbox ohne Fenster. Die helle Reithalle ist 20 x 40 Meter groß und sauber abgezogen. Es gibt keinen Außenreitplatz. Florences Sattel und Zaumzeug sind gepflegt und passen. Die Hufe der Stute sind nicht beschlagen und in ordentlichem Zustand. Der Betrieb erhält insgesamt zwei Hufeisen.

Die Einzelstunde hat 30 Minuten gedauert und 20 Euro gekostet. Das ist ein guter Preis für einen sehr guten Unterricht und wird mit zweieinhalb Hufeisen bewertet. Normalerweise wird in Zweier-Gruppen für 20 Euro pro Reiter unterrichtet. Jeder sitzt dann eine halbe Stunde im Sattel und hört während der anderen Hälfte zu.

Bewertung

Schulpferd: zwei von drei Hufeisen
Reitlehrer: drei von drei Hufeisen
Reitbetrieb: zwei von drei Hufeisen
Preis-Leistung: zweieinhalb von drei Hufeisen

Kontakt

Der blaue Reiter
72270 Baiersbronn
Tel. 07442-5494

03.02.2011
Autor: Miriam Kreutzer
© CAVALLO
Ausgabe 02/2011