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Test: Reitschulen um Offenburg
Gestüt Kaiserhof
Ein 25-jähriges Schulpferd muss weder stumpf noch faul sein. Das beweist Wallach Woronesch vom Gestüt Kaiserhof.
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Leicht könnte man den Verdacht haben, dass es drunter und drüber geht, wenn sich das Ende der einen Stunde mit dem Beginn der nächsten Stunde überschneidet. Nicht aber bei Reitlehrerin und Betriebsleiterin Claudia Kaiser. Während die einen noch galoppieren, reiten die nächsten bereits im Schritt warm. Die Pferdewirtin hat die beiden Gruppen fest im Blick. Mein Schulpferd Woronesch ist ein rittiges und gehfreudiges Pferd – und das im Alter von 25 Jahren.
Ich habe kaum Arbeit auf dem 1,69 Meter großen Hannoveraner. Meine Gewichtshilfen reichen ihm, damit er sich stellt und biegt. Er wölbt seinen Rücken und ist locker im Genick. Auch Schenkelhilfen nimmt er sensibel an. Dabei werde ich korrigiert: „Hände ausdrehen, Schultern zurücknehmen, Absätze tief.“ Da Worenesch sehr gehfreudig ist, galoppieren wir auf Wolken dahin. Einmal lasse ich Worenesch im Galopp zu weit vom Hufschlag zur Mitte driften.
„Sie müssen gegen den äußeren Schenkel treiben“, fordert Kaiser. Ich merke, wie meine Unterschenkel baumeln, was unkommentiert bleibt. Insgesamt fühle ich mich aber zu stark beachtet, weil ich neu bin. Die anderen Reitschüler sollten darunter nicht leiden.
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Claudia Kaiser vermittelt Spaß am Reiten, verbreitet gute Stimmung, lobt und tadelt gleichermaßen. Sie stellte sich im Unterricht auf mein Niveau ein, förderte mich aber nicht an den Stellen, an denen es wichtig gewesen wäre. Ich gebe ihr zwei Hufeisen. Woronesch, ein super Lehrpferd, verdient drei.
Am Ende der Stunde gibt es dann ein Bonbon: Wir dürfen eine großzügige Runde um das Gelände drehen. Das werde immer so gemacht bei schönem Wetter, erklärt Claudia Kaiser. Während die Betriebsleiterin die Pferde für die Nacht auf die Koppel bringt, wo sie im Sommer immer stehen, erzählt sie mir etwas über den Betrieb und ihre Pferde. Sie hat vier bis fünf Großpferde und fünf bis sechs Ponys für die Kinder. Die Gruppen im Unterricht haben maximal zwei Teilnehmer.
Woronesch hat eine helle, geräumige Box mit Außenfenster. Die Stallgasse ist tipptopp sauber und mit Stallmatten ausgelegt. Waschplatz, Außenanlage, der Weg zur Reithalle – alles sieht zu später Abendstunde frisch gefegt aus. Die helle, große Reithalle ist in einem schönen Gebäude untergebracht. In der Sattelkammer hat jedes Pferd seinen eigenen Schrank mit fahrbarem Caddy. Hier finde ich alles, was ich brauche. Bei diesem Betrieb gibt es keinen Grund zum Abzug, ich notiere drei Hufeisen.
Die 60-minütige Stunde in der Zweiergruppe hat 30 Euro gekostet, was sich im Preis-Leistungs-Verhältnis mit zwei Eisen niederschlägt. Als Vereinsmitglied zahlt man für die Zweier-Gruppe 25 Euro pro Stunde. Eine Elferkarte ist für 250 Euro zu haben, und 27 Euro kostet der 30-minütige Einzelunterricht für Vereinsmitglieder.
Bewertung
Schulpferd: drei von drei Hufeisen
Reitlehrer: zwei von drei Hufeisen
Reitbetrieb: drei von drei Hufeisen
Preis-Leistung: zwei von drei Hufeisen
Kontakt
Gestüt Kaiserhof
77731 Legelshurst
Tel. (07852) 996780
www.kaiserhof-tgs.de



