Ausdauer für Pferde: So bekommt Ihr Pferd Kondition

Viele Muckis - So trotzt Ihr Pferd vor Kraft

Foto: Christiane Slawik
Knackige Muckis, reichlich Ausdauer und beweglich wie ein Flummi: CAVALLO zeigt, wie Sie Ihr Pferd mit Konditions-Training fit machen und dabei viel Spaß haben!

Damit im Training die Muskeln kräftig wachsen, brauchen sie Sauerstoff, Entspannung und eine weiche Reiterhand. Welche Übungen sind optimal für den Muskelaufbau? Muskeln sind kleine Kraftwerke. Sie halten den Körper beisammen, schützen die Organe, bewegen einzelne Körperteile und produzieren sogar Wärme. Um einen Reiter ohne Schaden tragen zu können, brauchen Pferde vor allem Muskeln an Rücken, Hinterhand, Bauch und Oberhals.

Muskelfasern wachsen durchs Krafttraining

Muskel ziehen sich zusammen und entspannen sich wieder, wenn sie arbeiten. Krafttraining signalisiert dem Muskel, dass er mehr Gewicht bewegen und für mehr Muskelfasern sorgen muss. Damit die wichtigen Reitmuskeln wachsen, raten viele Ausbilder zum Galopp, weil das Pferd den Rücken dabei automatisch aufwölben müsse. „Das stimmt so nicht“, sagt Physiotherapeut Ralf Döringshoff. „Nur wenn das Pferd im Dreitakt entspannt galoppiert, nützt das den Rückenmuskeln.“

Übergänge in die langsamere Gangart stärken die Muckis an der Hinterhand, weil diese das Gewicht bremsen muss. Aber nur, wenn der Reiter nicht am Zügel zieht. Sonst landet das Pferd schnurstracks auf der Vorhand und belastet die gesamte Schulterpartie. Auch Übergänge innerhalb der Gangart (Zulegen und Zurücknehmen) kräftigen die Hinterhand. „Im Trab können Sie das ganz einfach durch langsameres Aufstehen kontrollieren“, rät Döringshoff. „Das Pferd kommt so weniger auf die Vorhand.“

Versammlung ist die extremste Form von Krafttraining fürs Pferd. Eine Galopp-Pirouette ist reinstes Bodybuilding und spricht die schnellzuckenden weißen Muskelfasern an – zuständig für Kraft. Wird der Muskel auf Ausdauer trainiert, mehren sich die roten Muskelfasern. Sie haben deutlich weniger Masse. Deshalb sehen Distanzpferde ebenso hager aus wie Marathonläufer.

Muskelkater: Früher gingen Sportmediziner davon aus, dass Muskelkater (von Katarrh) durch Übersäuerung (Laktate) der Muskeln entsteht. Diese Hypothese wurde unter anderem widerlegt, weil Laktat nur eine Halbwertszeit von 20 Minuten hat, Muskelkater aber erst nach mehreren Stunden auftritt. Heute gehen Mediziner davon aus, dass er durch Überlastung im Muskelgewebe (Mikrotraumata) entsteht.

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Fotostrecke: Lösungsarbeit: So reiten Sie Ihr Pferd locker

12 Bilder
CAVALLO Biomechanik Foto: Schönewald
CAVALLO Biomechanik Foto: Schönewald
CAVALLO Biomechanik Foto: Schönewald

25.08.2012
Autor: Cathrin Flößer
© CAVALLO
Ausgabe 12/2011