Ausdauer für Pferde: So bekommt Ihr Pferd Kondition

Muskeln wachsen durch Training

Knackige Muckis, reichlich Ausdauer und beweglich wie ein Flummi: CAVALLO zeigt, wie Sie Ihr Pferd fit für den Sommer machen und dabei viel Spaß haben.

 

Kondition Ausdauer Fitness Dressur Gelände
Foto: Lisa Rädlein

Muskeltraining hat auch anatomische Grenzen: Die Muskeln beim Pferd reichen nur bis zum Sprung- und Karpalgelenk. Darunter ist Schluss mit Muckis. Dort gibt es nur noch Sehnen und Bänder, wobei Sehnen Muskeln mit Knochen verbinden, Bänder Knochen mit Knochen. Sehnen sind recht unelastisch. Ein Muskel ist bis zu 30 Prozent der Eigenlänge dehnbar, eine Sehne nur etwa vier bis sechs Prozent. Dafür wirken Sehnen wie Zugseile und können hohen Belastungen standhalten wie zum Beispiel Landungen nach einem Sprung. Sehnen übertragen sofort die elastische Zugkraft.

Klemmt der Muskel, stockt die Durchblutung

Eines gilt für jedes Muskeltraining: Dehnt sich der Muskel, verbessert sich die Durchblutung. „Deswegen ist das Training in Zeitintervallen wichtig, weil ein Wechsel zwischen Anspannung und Entspannung immer wieder die Blutzufuhr sicherstellt“, erklärt Physiotherapeut Ralf Döringshoff. Umgekehrt klemmt sich ein zusammengezogener Muskel selbst von der Blutzufuhr ab.

„Das ist der Grund, warum im Training zwischendurch immer wieder vorwärts-abwärts geritten werden muss“, betont Ralf Döringshoff. Denn wird ein Muskel überfordert oder verletzt, führt das zu Verhärtungen. Solche Pferde fühlen sich unterm Sattel oft bretthart an. Je nach Grad der Verhärtung tut das nicht nur weh, sondern es schränkt die Beweglichkeit des Muskels ein. Geht das Pferd deswegen in einer Schonhaltung, werden andere Muskeln, Sehnen oder Bänder überlastet.

„Wenn einem Pferd ständig die Muskeln wehtun, arbeitet es außerdem kaum motiviert mit“, sagt Ralf Döringshoff. „Nimmt das Pferd als Resultat der Arbeit nur Schmerzen wahr, wird es versuchen, sich zu entziehen.“ Tipp: Lassen Sie Ihr Pferd regelmäßig von einem erfahrenen Physiotherapeuten durchchecken.

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Foto: Lisa Rädlein Wiegen hilft, die Ration zu finden.

Fit mit Futter

Schlapp oder aufgedreht? Dr. Kathrin Irgang gibt Tipps, wie Sie die richtige Futtermenge finden.

„Fehler in der Fütterung belasten das Pferd, anstatt es in Sachen Leistung zu unterstützen“, sagt Dr. Kathrin Irgang, Fütterungsexpertin bei der Tierarztpraxis Martin Grell im brandenburgischen Hoppegarten. Das beste Futter für Sportler ist gutes Heu. Pferde brauchen Rohfaser, damit die Verdauung optimal funktioniert. 1,5 Kilogramm sollten Sie pro 100 Kilogramm Pferd mindestens rechnen. Häufig wird zu viel Kraftfutter gefüttert. Die Energie von einem Kilo Hafer reicht für zwei Stunden Schritt reiten, eine halbe Stunde Trab oder eine Viertelstunde Galopp.

Irgangs Tipp: Wiegen Sie Ihr Kraftfutter, um ein Gefühl für die Menge zu bekommen. Rechnen Sie maximal 300 Gramm pro 100 Kilo Pferd und Mahlzeit. Beispiel: Ein 500 Kilo-Pferd braucht im normalen Ernährungszustand bei täglich einer Stunde Bewegung 7,5 Kilo Heu und 1 bis 1,5 Kilo Kraftfutter, aufgeteilt auf drei Mahlzeiten.

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Schwung - Reiten Beispiel 1.1 Foto: Rädlein
Schwung - Reiten Beispiel 1.2 Foto: Rädlein
Schwung - Reiten Beispiel 1.3 Foto: Rädlein

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CAVALLO Biomechanik Foto: Schönewald
CAVALLO Biomechanik Foto: Schönewald
CAVALLO Biomechanik Foto: Schönewald

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Hinterhand Dressur Tragkraft Foto: Lisa Rädlein
Hinterhand Dressur Tragkraft Foto: Lisa Rädlein
Hinterhand Dressur Tragkraft Foto: Lisa Rädlein

25.08.2012
Autor: Cathrin Flößer
© CAVALLO
Ausgabe 12/2011