Ausdauer für Pferde: So bekommt Ihr Pferd Kondition

Lange ausreiten ist besser als Galopp

Foto: Lisa Rädlein
Knackige Muckis, reichlich Ausdauer und beweglich wie ein Flummi: CAVALLO zeigt, wie Sie Ihr Pferd mit Konditions-Training fit machen und dabei viel Spaß haben!

Herz und Kreislauf des Pferds können Reiter blitzschnell in Bestform bringen. Doch nach Belastung dürfen Sie keinesfalls anhalten – sonst macht womöglich die Pumpe schlapp. „Spazierenreiten trainiert die Ausdauer optimal, nicht nur kurze, intensive Trainingseinheiten“, sagt Dr. Annette Wyrwoll. Um das Pferd im Training nicht zu überfordern, appelliert sie an das Gefühl des Reiters: „Überprüfen Sie nicht immer alles mit der Stoppuhr oder anderen technischen Mitteln, entwickeln Sie lieber ein gutes Gefühl. Nehmen Sie sich zum Test einen Berg im Galopp vor: Zu Beginn des Trainings wird das Pferd oben aus der Puste sein. Nach sechs Wochen meistert es den Berg wahrscheinlich mit links.“

Auch Vielseitigkeitsreiter trainieren heute in kürzeren Intervallen als früher. Noch vor einigen Jahren waren die Strecken in Geländeprüfungen zwischen drei und fünf Minuten länger. Heute dauern die schwersten Geländeprüfungen 10,5 bis 11 Minuten, in denen das Pferd durchgaloppiert. Im Training galoppieren die Reiter nie die volle Zeit: zwei bis drei Minuten reichen, dann wird pausiert. Das bringt nicht nur Ausdauer, sondern auch Kraft und Schnelligkeit.

Behalten Sie die Nüstern im Auge:

Wichtig fürs Training: Achten Sie auf die Atmung. „Möglichst tiefe Atemzüge bestimmen die Sauerstoffzufuhr und ermöglichen den Stoffwechsel“, erklärt Ralf Döringshoff. Um das zu überprüfen, reicht ein Blick zu den Nüstern. Sind sie die ganze Zeit aufgebläht? Dann hapert es noch an der Kondition. Nach Belastung sollte sich die Atmung schnell wieder normalisieren. Das gilt auch für den Puls. „Bei gut trainierten Pferden dauert es nur ein bis zwei Minuten, bis er wieder unten ist“, sagt Wyrwoll. Um ein Gefühl für den Herzschlag Ihres Pferdes zu bekommen, sollten Sie vor, unmittelbar nach und zehn Minuten nach Belastung messen.

Das Herz-Kreislauf-System funktioniert wie ein Verteilerkreis: Es transportiert Sauerstoff über die Atmung in den Blutkreislauf, bringt Nährstoffe in die einzelnen Körperregionen und transportiert Wärme, um die Körpertemperatur zu regulieren. Bewegung bringt das ganze Herz-Kreislauf-System in Schwung. Die Pumpaktion des Herzens wird unterstützt, indem Muskeln kontrahieren. Die Atmung beschleunigt sich bei Belastung, um mehr Sauerstoff zur Verfügung stellen zu können.

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CAVALLO Biomechanik Foto: Schönewald
CAVALLO Biomechanik Foto: Schönewald
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Hinterhand Dressur Tragkraft Foto: Lisa Rädlein
Hinterhand Dressur Tragkraft Foto: Lisa Rädlein
Hinterhand Dressur Tragkraft Foto: Lisa Rädlein

25.08.2012
Autor: Cathrin Flößer
© CAVALLO
Ausgabe 12/2011