Bewegungsanalyse: Wie Reiter gehen so sitzen sie im Sattel

Wie Reiter gehen so sitzen sie im Sattel

Wie der Reiter läuft, so sitzt er im Sattel. Vier unterschiedliche Geh-Typen spiegeln typische Reitprobleme, die sich mit ein paar alltagstauglichen Übungen von Bewegungsexpertin Anke Jung lösen lassen. Finden Sie heraus: Welcher Typ sind Sie?

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Bewegungsanalyse Foto: Lisa Rädlein
Bewegungsanalyse Foto: Lisa Rädlein
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Bewegungsanalyse
Foto: Lisa Rädlein Probleme beim Gehen zeigen sich vermehrt bei den Übungen von Physiotherapeutin Anke Jung. Hier: Auf einem Bein in die Hocke.

Zeige mir, wie du gehst – und ich sage dir, wie du reitest. Eigenarten und Probleme beim Gehen spiegeln sich auf dem Pferd wider. Human-Physiotherapeutin und Pferdeosteopathin Anke Jung aus Heidelberg beschreibt Geh-Typen, ihre typischen Reitprobleme und unkomplizierte Übungen für einen besseren Sitz. Wieso lässt sich Gehen mit Reiten vergleichen?

Die Muskeln arbeiten nach dem gleichen Muster, nämlich konzentrisch und exzentrisch. Konzentrisch heißt: Der Muskel spannt an und verkürzt sich. Das tut er beim Reiten nur, wenn der Reiter eine Hilfe wie Schenkeldruck gibt. Zu 90 Prozent arbeiten die Muskeln beim Reiten exzentrisch: Sie fangen Bewegungen ab, geben in die Länge nach und dehnen sich. Der Reiter kann so in die Bewegung des Pferds eingehen.

Außerdem sind beim Reiten und Gehen zwei Phasen der Bewegung identisch. Das Ende der Standbeinphase, kurz bevor die vordere Ferse auf dem Boden aufkommt, entspricht beim Reiten dem Ende jeder Bewegung: beispielsweise dem Ende des Mitschwingens im Galopp oder dem Ende des Aufstehens beim Leichttraben. Reiten und Gehen haben auch die Stoßdämpfungsphase gemeinsam.

Hier federt der Körper Gewicht ab. Mit dem richtigen Training lassen sich beide Phasen verbessern. Der Reiter lernt, wie er die richtigen Muskeln erspürt, einsetzt und kräftigt. Das wirkt sich positiv auf die gesamte Bewegung aus. Vier CAVALLO-Redakteure machten den Test. Sie ließen ihren Gang von Anke Jung begutachten, die ein Konzept zur Bewegungsanalyse für Reiter entwickelt hat. Sie verspricht: „Wer seine Schwächen kennt, kann mit Übungen gezielt dagegen ansteuern und den Sitz beim Reiten verbessern.“

Hier sehen Sie die Ergebnisse des Vier-Gänge-Menüs und die passenden Übungen für jeden Geh-Typ. Zu welchem gehören Sie? Vergleichen Sie Gangmuster und Ziele mit Ihren eigenen und trainieren Sie mit.

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14.07.2013
Autor: Alena Brandt
© CAVALLO
Ausgabe Mai 2013/2013