Besser reiten mit Horsemanship – Profi-Tipps von Andrea Bethge und Ralf Heil

Basis-Übungen für Pferd und Reiter

Wer ein perfektes Reitpferd will, sollte es nach den Grundsätzen von Natural Horsemanship und Klassischer Dressur ausbilden.

 

CAVALLO Dressur Horsemanship Andrea Bethge Ralf Heil
Foto: Lisa Rädlein Lenken ohne Zügel: Für Dressur-Profi Andrea Bethge ungewohnt, aber kein Problem.

Lenken ohne Zügel, Vorwärts ohne Treiben oder sicher abrufbare Entspannung in der Reitbahn – das ist für viele Reiter mit klassischem Hintergrund eine echte Herausforderung. Im Horsemanship werden diese Dinge dagegen sehr früh geübt, meistens schon bevor erstmals ein Gebiss ins Pferdemaul kommt.

Der Grund: Die Zügel sind quasi eine Telefonleitung zum Pferd. Werden sie fürs Lenken und Bremsen genutzt, kann der Reiter nicht mehr hören, was das Pferd ihm sagt. Und genauso, wie ein Pferd dem Wunsch seines Reiters in eine bestimmte Richtung folgen sollte, soll es sich willig bewegen und sich in der Reitbahn wohlfühlen. Die folgenden Horsemanship-Übungen helfen dabei, diese Ziele zu erreichen. Damit wird dann jedes Dressurtraining leichter, Lektionen gelingen besser, und das Pferd hat in der Bahn mehr Spaß.

Freestyle-Reiten Ohne Zügel lernt der Mensch, seinen Fokus (also den Blick zum Ziel) sowie seine Körpersprache auch im Sattel klar einzusetzen. Das macht dem Reiter sein Handeln bewusster und fördert die Verbindung zwischen Mensch und Pferd. Pferde werden dabei selbstbewusster, weil sie lernen, sich und ihren Reiter eigenverantwortlich ans Ziel zu bringen.

Wie Reiter ihre Pferde ohne Zügel dirigieren, erklärte Horsemanship-Trainerin Claudia Miller in der Mai-Ausgabe von CAVALLO. Ein anderer Weg führt über das Reiten mit Halsring. Egal, was Sie ausprobieren, Sie sollten immer zunächst in einer geschlossenen Reitbahn üben. Gibt es Probleme oder sind Sie unsicher, sollten Sie sich Hilfe von einem Ausbilder holen.

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Von Ecke zu Ecke Komfortzonen in den Reitbahnecken können zwei sehr gegensätzliche Probleme lösen. Faule Pferde werden fleißiger, und unruhige Kandidaten kommen zur Ruhe. Die Übung ist ganz einfach: Sie reiten von einer Ecke zur nächsten. Dort bekommt das Pferd eine Pause und gegebenenfalls Futter (Heunetz). Bei faulen Pferden reiten Sie erst nach einer gefühlt endlosen Pause weiter und zwar so schnell, wie es geht. In der nächsten Ecke kommt die nächste lange (Futter-)Pause. Schon nach wenigen Wiederholungen laufen die Pferde von sich aus viel schneller in die nächste Ecke. Sie verstehen, dass dort Pause und Futter warten. Bei unruhigen Pferden reiten Sie erst weiter, wenn sie wirklich entspannen. Solche Tiere begreifen bald, dass die Ecken Wohlfühlzonen sind. Wenn es dann beim Reiten Irritationen gibt, kann eine Ruhepause in der Ecke schnell wieder für Entspannung sorgen.


01.05.2016
Autor: Cavallo
© CAVALLO
Ausgabe 06 / 2015/2015