Dressurausbilderin Alizée Froment im Portrait

Höchste Lektionen gebisslos reiten

CAVALLO Alizée Froment - Dressur gebisslos
Warum steigt eine Dressurreiterin mit großen Erfolgen von der Kandare auf den gebisslosen Zaum um? Was ist nötig, damit Pferde dabei nicht außer Kontrolle geraten? Ausbilderin Alizée Froment erklärt, worauf es ankommt.

Schlank, aufrecht und mit weichen, perfekt kontrollierten Bewegungen – die Ausbilderin Alizée Froment wirkt auf dem Pferderücken wie eine Ballerina. Ohne Sattel und mit einem einfachen Gurthalfter dirigiert sie einen eifrigen Dunkelbraunen durch Galopp-Pirouetten und fliegende Wechsel. Dann lässt sie die Zügel schießen. Der Hengst saust mit großen Sprüngen und in perfekter Dehnungshaltung um den Platz, wird von der lächelnden Reiterin am Hals geklopft und stoppt für einen Gras-Imbiss am Rand des Vierecks.

Das Training der Französin Alizée Froment mit dem zwölfjährigen Lusitano-Hengst Mistral macht schon beim Zuschauen fröhlich. Da spielen zwei entspannte Persönlichkeiten mit ihrer Kraft und Eleganz, in großer Harmonie und scheinbar ohne jeden Zwang oder Ehrgeiz. Sie erreichen dabei Leistungen, von denen die meisten Reiter auch mit Sattel, Trense, Sporen und Gerte nur träumen können. Die Profi-Reiterin braucht dafür keine spezielle Technik oder neue Lehre. Alizée Froment reitet einfach Dressur.

Allerdings so fein, dass sie auf Sattel und Gebiss verzichten kann. Warum steigt ein aufstrebender Dressurpro. mit großen Erfolgen von der Kandare aufs Stallhalfter um? Was ist nötig, damit 500 Kilo Bewegungsfreude dabei nicht außer Kontrolle geraten? Und wie passen solche eher an Prärie-Indianer erinnernde Kunststücke in die Welt der Zylinder, Fräcke und weißen Handschuhe?

Alizée Froment sieht das ganz locker: „Ich brauchte einfach mal eine neue Herausforderung.“ Denn vieles, wovon andere ihr Leben lang träumen, hat die junge Frau schon erlebt. Sie wurde als Kind zweier Reitlehrer auf einem Reiterhof groß und war im Springsport mit Ponys international erfolgreich. Später startete sie bei den Dressur-Europameisterschaften für junge Reiter unter 21 Jahren und machte eine Reitlehrer-Ausbildung in der staatlichen Schule in Saumur.

Seit 2009 reitet sie bei Pferdeshows und trainiert seit 2011 das Pony-Nationalteam im Springen. Sie hat mehrere Hengste des französischen Lusitano-Gestüts „Haras du Coussoul“ in Beritt, darunter auch ihr Grand-Prix-Pferd Mistral. Seit 2012 trainiert sie für die international startende Dressurreiterin Bernadette Brune aus Monaco erfolgreich die Nachwuchspferde. Mit Di Magic, einem fünfjährigen Oldenburger, belegte Froment im August 2012 bei der Weltmeisterschaft der jungen Dressurpferde in Verden den 9. Platz und gewann zuvor das kleine Finale.

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23.06.2016
Autor: Redaktion CAVALLO / Melanie Tschöpe
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