Dressurausbilderin Alizée Froment im Portrait

Serienwechsel mit Leichtigkeit

Warum steigt eine Dressurreiterin mit großen Erfolgen von der Kandare auf den gebisslosen Zaum um? Was ist nötig, damit Pferde dabei nicht außer Kontrolle geraten? Ausbilderin Alizée Froment erklärt, worauf es ankommt.

 

CAVALLO Alizée Froment - Dressur gebisslos
Foto: Rädlein Immer schön loslassen: Damit ihr
Pferd sich nicht verspannt, lockert
die Reiterin immer wieder die Zügel.

Dass die Lektionen ohne Sattel und Gebiss dabei genauso gut gelingen wie mit, liegt an der Genauigkeit, mit der Alizée Froment die einzelnen Übungen angeht. „Ich suche in jeder Lektion drei Qualitäten: gerade, nach vorn und auf feine Hilfen“, sagt Froment. „Erst wenn eine Übung für sich allein hervorragend klappt, baue ich sie in komplexere Abläufe ein.“ Was das konkret heißt, erklärt die Französin am Beispiel der fliegenden Galoppwechsel.

Die übt sie auch mit S-Pferden vor allem einzeln und feilt an den drei Kriterien. Wenn die Lektion dann reibungslos gelingt, ist es für das Pferd kein Problem mehr, einen zweiten oder dritten Wechsel direkt hinterher zu springen. Serienwechsel werden zudem im Training aus Prinzip nicht wiederholt. Gibt es Probleme, arbeitet Froment stets an der einzelnen Lektion. Das Ergebnis dieser Strategie: Weil ihre Pferde die Wechsellinien nicht bis zur Erschöpfung trainieren, bleiben sie eine ganz leichte Übung. In einer Dressuraufgabe können die Tiere sich dadurch auf den Wechsellinien regelrecht erholen.

Erholen dürfen sich alle Pferde immer wieder. Denn neben der Qualität der Lektionen ist für Alizée Froment vor allem wichtig, dass sich ihre Pferde losgelassen bewegen. Sie weiß, dass das nur möglich ist, wenn sie psychisch im Gleichgewicht sind und ihre Muskeln nicht überanstrengen müssen. Deshalb entlässt Froment jedes Pferd, egal wie weit es schon ausgebildet ist, spätestens nach zehn Minuten intensiver Arbeit im Trab oder Galopp in die Dehnung, oft zusammen
mit einer Schrittpause.

Wo sie ihr weiterer Weg hinführen wird, weiß Froment noch nicht: „Einerseits möchte ich gerne im Sport weiterkommen. Doch dafür benötigt man solvente Sponsoren. Außerdem ist die Frage, ob ich mir dabei den partnerschaftlichen Umgang mit den Pferden auf Dauer bewahren kann.“ Doch selbst Alizée Froment Spitzensport und feines Reiten Alizée Froment fördert Dressurpferde bis Grand Prix, trainiert Pony-Springreiter und reitet Pferdeshows www.alizeefroment.equivip.com.

Zudem ist sie Bereiterin auf der „Domaine Equestre des Grands Pins“ bei St. Tropzez in Südfrankreich (www.domaine-equestre.com). Wenn die Top-Erfolge ausbleiben sollten, ein leuchtendes Vorbild in Sachen feines Reiten ist Alizée Froment allemal. Das haben 2011 auch die Dressur-Funktionäre erkannt. Sie luden Froment zum Global Dressage Forum in die Niederlande ein. Dort demonstrierte die Französin mit Mistral und ihrem Gurthalfter der versammelten Dressur-Weltelite,
dass Sporterfolge und glückliche Pferde perfekt zusammenpassen. Die Reiter müssen nur fein und gefühlvoll genug zu Werke gehen. Und sich trauen, ihren Pferden auch mal vorbehaltlos zu vertrauen.

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23.06.2016
Autor: Redaktion CAVALLO / Melanie Tschöpe
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