Dressurreiten: Selbst Reit-Profis haben Probleme beim Aussitzen

Lassen sich bewegungsstarke Pferde nicht sitzen?

Aussitzen fällt Reitern schwer: Selbst Dressur-Profis klammern sich im Trab auf verspannten Pferderücken fest, anstatt weich mitzuschwingen. Warum Aussitzen für Reiter so schwer ist, erklärt Sitzexpertin und Buchautorin Susanne von Dietze.

Warum sieht man trotzdem immer wieder unharmonische Bilder, auch im Spitzensport? Sind vielleicht die großen Bewegungsabläufe vieler moderner Dressurpferde schuld? Sicher nicht. Auch Pferde mit Weltklassebewegungen und sehr viel Schwung können bequem zu sitzen sein. Ein losgelassen über den Rücken schwingendes Pferd nimmt seinen Reiter rückenfreundlich und harmonisch in der Bewegung mit.

Weder Pferd noch Reiter kommen losgelassen aus dem Stall. Den Weg zur gemeinsamen Losgelassenheit zu finden, ist immer wieder eine Herausforderung. Oft genug nehmen die Reiter sie nicht an und verzichten zugunsten von spektakulären Spannungstritten auf einen locker schwingenden Pferderücken.

Das Aussitzen wird so noch schwerer, als es ohnehin schon ist. Die moderne Zucht hat Pferde mit immer ausdrucksvolleren und größeren Bewegungsabläufen hervorgebracht. Leider ist in der Ausbildung der Reiter nicht darauf geachtet worden, sie in Hüfte und Becken ebenfalls elastischer zu machen. So überfordern die Bewegungen vieler moderner Sportpferde die Beweglichkeit ihrer Reiter.

Loading  

06.06.2013
Autor: Susanne von Dietze
© CAVALLO
Ausgabe 08/2012