Dressurrreiten: Übergänge richtig reiten - Profi-Tipps

Fließende Übergänge reiten


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Übergänge reiten
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Übergänge reiten
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Gangartwechsel gehören zur Basis der Pferde-Ausbildung. Sie prüfen nicht nur den Gehorsam, sondern lockern das Pferd und stärken die Muskulatur der Hinterhand, aber nur wenn Übergänge richtig geritten werden. Profi-Tipps für Reiter!

Kaum hat man eine halbe Runde im Galopp gedreht, ist er schon wieder überfällig: der Übergang in den Schritt oder Trab. „Reitet viele Übergänge“, mahnen Reitlehrer von Flensburg bis Passau, und trotzdem sieht man die meisten Pferde Runde um Runde in der Halle traben und galoppieren. Dabei weiß jeder, wie wichtig Übergänge beim Reiten sind: Korrekt geritten, fördern sie Losgelassenheit, Durchlässigkeit, Balance und sorgen dafür, dass die Hinterhand im Moment des Übergangs Last aufnimmt. Sie machen das Pferd aufmerksam und verlangen eine gute Abstimmung von Hand, Schenkel und Gewicht.

„Pferde sind von Natur aus vorhandlastig gebaut. Deswegen ist es ein Ziel der Pferdeausbildung, ihre Körperbalance durch Übergänge zu schulen“, sagt Dressurausbilderin Corinna Lehmann aus Langenberg in Nordrhein-Westfalen. „Durch Übergänge gewinnt das Pferd mit Last auf dem Hinterbein mehr Schulterfreiheit, einen lockeren Rücken und lässt den Hals ganz zwanglos fallen.“ Wechseln Sie häufig die Gangarten, werden ständig andere Muskeln beansprucht, die das Pferd locker machen. „Reiten Sie dagegen ständig im Einheitstempo, werden die Muskeln einheitlich beansprucht und lassen das Pferd ermüden“, erklärt Corinna Lehmann.

Allerdings gibt es zwei Aspekte, die gegen das Reiten von häufigen Übergängen sprechen. Sie sind tabu, wenn 1. der Reiter dazu noch nicht in der Lage und 2. das Pferd noch nicht soweit ist. „Pferde, die keine drei Runden am Stück losgelassen im Takt gehen können, dürfen nicht mit ständigen Übergängen überladen werden“, warnt Corinna Lehmann. Das ist besonders wichtig für junge Pferde, die sich erst einmal taktrein und in gleichmäßigem Tempo in einer Gangart bewegen lernen müssen.

Werden Übergänge nicht korrekt geritten, ist es wie bei allen anderen Lektionen auch: Sie schaden mehr als dass sie nutzen. Deshalb taugen sie auch, um eine korrekte Ausbildung zu überprüfen. „Übergänge sind die Momente der Wahrheit“, sagt Dressurausbilder Michael Putz aus dem bayrischen Erlangen. „Ich staune immer wieder, dass selbst M- und S-erfahrene Reiter damit Schwierigkeiten haben. Schon das erste Antraben aus dem Schritt zeigt, ob das Pferd durchlässig und ohne einen gespannten Tritt antritt.“

Man unterscheidet einfache, halbe und schwere Übergänge:
1. Einfache Übergänge sind die in die nächst höhere oder niedrigere Gangart. Sie lösen das Pferd.

2. Halbe Übergänge sind Übergänge innerhalb der Gangart, etwa vom Arbeits- zum Mitteltrab.

3. Schwere Übergänge sind z.B. Schritt-Galopp und Trab-Halten. Sie verlangen erste Versammlung.

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16.07.2013
Autor: Cathrin Flößer
© CAVALLO
Ausgabe 05/2010