Harmonie-Lehre: Wenn sich Pferd und Reiter vertrauen

... Pferd vertraut nicht

Wenn Reiter und Pferd harmonieren, ist im Sattel alles möglich. Harmonie lässt sich trainieren. Versuchen Sie es - mit den CAVALLO Trainings-Tipps!

Vertrauen und Respekt sind die Grundpfeiler, damit Ihr Pferd sich sicher fühlt und gerne mitarbeitet. Das erreichen Sie nur mit Konsequenz: Verfolgen Sie Ihr Ausbildungsziel mit Plan, Geduld und klaren Aussagen. Ewiges Hin und Her versteht ein Pferd ebensowenig wie entschuldigen oder meckern. Es wird Sie nur ignorieren und den Respekt verlieren. Ihre Rolle als Anführer verlieren Sie auch, wenn Sie vorhandenes Vertrauen verspielen, indem Sie das Tier grund los oder grob strafen. Oder wenn Sie selbst so ängstlich sind, dass das Pferd genauso unsicher wird.

… langweilt sich

Überdruss kann Pferde regelrecht krank machen. Freilauf mit Kumpels auf der Koppel ist optimal gegen Langeweile. Beschäftigen Sie Ihr Pferd sinnvoll, zum Beispiel mit Gelassenheitstraining, Horse Agility, Bodenarbeit oder einem Spaziergang. Im Training braucht jedes Pferd sein individuelles Maß. Finden Sie heraus, was Ihrem Pferd liegt. Arbeiten Sie es beispielsweise nur zweimal pro Woche dressurmäßig, den Rest longieren Sie, reiten aus oder springen.

… kapiert nichts

Lernt ein Pferd eher langsam, haben Sie Glück, da es Unfug auch nicht so schnell lernt. Solche Pferde verzeihen manchen Reiterfehler. Allerdings müssen Sie Lektionen regelmäßig wiederholen und korrektes Verhalten ausgiebig loben. So vermitteln Sie neuen Stoff am besten.

… hat Angst

Angsthasen brauchen Vertrauen. Jedoch nicht wie beim Menschen zu sich selbst, sondern in die Umgebung und den Reiter. Geben Sie Ihrem Sensibelchen viel Zeit zum Lernen. Die Forschung zeigt, dass Angst und Fluchtverhalten den Lernprozess gravierend stören und sogar unterbinden können. Neue Situationen sind gut: Je mehr Ihr Pferd kennenlernt, desto schneller lernt es, dass es nichts zu fürchten gibt.

… ist mies gelaunt

Ihr Pferd ist kein Fan von Körperkontakt und nicht immer das freundlichste? Respektieren Sie seine Bedürfnisse bis zu einem gewissen Grad. Bieten Sie ihm Rückzugsmöglichkeiten: Putzen oder satteln Sie es zum Beispiel nicht in seiner Box. Nicht zu akzeptieren sind drohen, beißen oder schlagen.

… ist frech zu mir

Ein Frechdachs gibt ungern nach oder macht selbst Druck. Solche Pferde sind wie Machos, die ihren Weg suchen und Grenzen austesten. Nutzen Sie die Kraft eines Rüpels geschickt zum Training: Er braucht Abwechslung, sonst macht er Faxen. Seitengänge lockern rüpelige Pferde, die oft eine höhere Körperspannung haben. Bei der Arbeit an der Hand kann man sie gut beschäftigen und schonend schwierigere Übungen als unterm Sattel fordern. Bleiben Sie streng aber fair: Respektlose Pferde brauchen einen konsequenten Menschen, der mit Bedacht Grenzen setzt.

… weiß alles immer besser

Bei pfiffigen Pferden muss man aufpassen, dass man sie bei jeder Aufgabe effektiv unterstützt, indem man reiterliche Hilfen konsequent und korrekt einsetzt. Es ist ein Trugschluss, das kluge Pferd werde die Aufgabe schon allein meistern. Vielmehr wird es seine eigenen Entscheidungen treffen.

… ist ständig im Stress

Pferde sind anspruchslos: Licht, Luft, Laufen und Kontakt zu ihren Artgenossen – und natürlich Heu satt. Das ist alles, was ein Pferd braucht, damit es zufrieden leben kann. Zeigt Ihr Pferd Stress, sollten Sie immer Haltung und Fütterung prüfen: Naturnahes Wohnen mit viel Auslauf und leistungsgerechte Fütterung in möglichst kleinen Häppchen helfen Ihrem Vierbeiner, Gelerntes zu verdauen und Druck abzubauen.

… ist aufdringlich

Ihr Pferd ist eine Kuschelmaus und sucht ständig Ihre Nähe? Es braucht Aufmerksamkeit! Intensive Putzeinheiten und lange Spaziergänge sind bei diesen Pferden immer angesagt. Auch ihre Neugier muss befriedigt werden, zum Beispiel mit pferdegerechtem Spielzeug. Wichtig: Bei gut gelaunten, anhänglichen Pferden kann man Unwohlsein leicht übersehen. Achten Sie daher besonders aufmerksam auf erste Anzeichen von verändertem Verhalten.

… hat null Bock

Verweigert Ihr Pferd den Dienst, sind Kreativität und Findigkeit gefragt. Versuchen Sie herauszufinden, was der Grund ist: Langweilt sich Ihr Pferd? Hat es Stress oder einfach Angst (siehe jeweilige Tipps)? Checken Sie zudem, ob mit Ihrem Pferd gesundheitlich alles in Ordnung ist. Ein Pferd, dessen Sattel drückt, das chronisch verspannte Muskeln oder Zahnprobleme hat, wird keine gute Leistung bringen. Warum auch immer Ihr Pferd keinen Bock zum Arbeiten hat: Es ist einzig und allein Ihr Job, den Ursachen dafür auf den Grund zu gehen und für Harmonie zu sorgen.

Fotostrecke: Fotostrecke: Freiheitsdressur mit Kenzie Dysli

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CAVALLO Kenzie Dysli Foto: Springfeldt
CAVALLO Kenzie Dysli Foto: Springfeldt
CAVALLO Kenzie Dysli Foto: Springfeldt

Fotostrecke: Pferde-Ausbildung: Schneller lernen durch gute Stimmung

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CAVALLO Stimmung Horsemanship Florian Oberparleiter Foto: Udo Schönewald
CAVALLO Stimmung Horsemanship Florian Oberparleiter Foto: Udo Schönewald
CAVALLO Stimmung Horsemanship Florian Oberparleiter Foto: Udo Schönewald

Fotostrecke: Fotostrecke: Trainieren mit dem CAVALLO Vertrauensführseil

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CAVALLO Vertrauensführseil Kenzie Dysli Foto: Lisa Rädlein
CAVALLO Vertrauensführseil Kenzie Dysli Foto: Lisa Rädlein
CAVALLO Vertrauensführseil Kenzie Dysli Foto: Lisa Rädlein

01.05.2016
Autor: Regina Kühr
© CAVALLO
Ausgabe 12/2012