Rittigkeits-Probleme durch Seitengänge lösen

Schenkelweichen hilft


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CAVALLO Seitengänge
Foto: Lisa Rädlein

 

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Reitprobleme? Können Reiter ab sofort lösen. Wer im Sattel Seitengänge gut kombiniert, überwindet fast jede Schwierigkeit beim Reiten. Tipps für das Rücken lockern, Galoppwechsel und Schenkelgehorsam.

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Losgelassenheit, Balance und Kraft – diese drei Dinge braucht jedes Pferd, damit es sich beim Reiten gesund und geschmeidig bewegen kann. Und wie kommt es dazu? Die Antwort steckt in einem Wort: seitwärts. Schräge Linien und diagonale Bewegungen wirken im Sattel wahre Wunder.

Das wusste schon die alten Meister. Der Portugiese Nuno Oliveira soll den Seitengang Schulterherein als das „Aspirin der Reitkunst“ bezeichnet haben. Ein Mittel gegen alles. Auch heute setzen viele Trainer auf die Kraft der Seitengänge. Zum Beispiel Andrea Bethge. Die Dressurausbilderin aus Münchehagen in Niedersachsen schwört aufs Seitwärts: „Das ist für Reiter etwa so wichtig wie Fingerübungen für Pianisten.“

Wie man so effektiv seitwärts reitet, dass Reitprobleme schnell verschwinden, zeigt die Ausbilderin. Pferde sollen seitwärts gehen, damit sie besser geradeaus laufen. Nur: Was sind Seitengänge eigentlich? Warum spricht man von echten und unechten? Und dürfen die Pferdebeine kreuzen oder nicht?

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Der Weg zum korrekten Seitwärts hat drei Stufen

Pferde und Reiter entwickeln Seitwärtsbewegungen in drei Stufen. Zuerst steht das Schenkelweichen (auch Übertreten genannt) an. Es schult seitwärts treibende Hilfen und löst Muskeln sowie Gelenke von Genick bis Kruppe. Das Pferd weicht dem zurückgelegten Reiterschenkel. Es geht auf geraden und gebogenen Linien vorwärts-seitwärts und ist gegen die Bewegungsrichtung gestellt. Damit können Reiter beginnen, wenn ihre Pferde sich entspannt, fleißig und taktmäßig im Schritt und Trab durch die Bahn bewegen.

Die zweite Seitwärts-Stufe ist Schulterherein. Das Pferd ist weiterhin gegen die Bewegungsrichtung gestellt, soll sich nun aber deutlich um den am Gurt liegenden inneren Reiterschenkel biegen. Das gelingt erst, wenn das Pferd sich sicher biegt und steht damit erst zum Ende der Grundausbildung an. In der Lektion muss das Pferd das innere Hinterbein stärker beugen und entwickelt so erste Ansätze zur Versammlung.

Zuletzt kommen Travers, Renvers und Traversalen. Das Pferd ist weiterhin um den inneren Schenkel am Gurt gebogen und wird vom äußeren, verwahrend zurückgelegten Schenkel vorwärts-seitwärts geführt. Der Unterschied zwischen den Lektionen ist lediglich der Ort und die Abstellung, in der sie ausgeführt werden: Travers heißt, das Pferd mit der Hinterhand in die Bahn zu verschieben. Im Renvers führt der Reiter in Konterstellung und -biegung die Vorhand in die Bahn. Und in Traversalen bewegt sich das Pferd diagonal durch die Bahn. Korrekt geritten, verbessern diese Lektionen Biegung, Geraderichtung und Versammlung. Sie sind aber nur für gut ausgebildete Pferde reell zu schaffen.

CAVALLO-Expertin Andrea Bethge

Andrea Bethge führt einen Ausbildungsstall in Münchehagen/Niedersachsen. Dort lehrt sie Dressur mit feinen Hilfen bis Grand-Prix-Niveau. Ihre Schüler profitieren dabei auch von Andrea Bethges Erfahrungen als Leistungssportlerin in der Leichtathletik. www.playfulpiaffe.de


Inhaltsverzeichnis

24.02.2015
Autor: Melanie Tschöpe
© CAVALLO
Ausgabe 5 / 2014 /2014