So steuern Sie die Stimmung Ihres Pferds

Wechselbad der Gefühle

Färben Gefühle des Reiters aufs Pferd ab? Ein CAVALLO Experiment zeigt, wie sich beide beeinflussen, was sie stresst oder entspannt.

Nie zuvor blickte jemand so tief ins Innere von Pferd und Reiter wie bei diesem CAVALLO-Experiment. Ein spezielles Sensorsystem registriert die Stimmungen parallel bei Mensch und Tier. Wie reagieren Reiter und Pferd, wenn eine bekannte Übung überraschend anders geritten wird? Kann ein erfahrener Reiter einem Pferd größere Sicherheit geben, wenn es bei einer Aufgabe hakt? Wie motivierend wirkt ein kleiner Sprung? Freut sich das Tier wirklich, wenn es gelobt wird?

„Dieser Versuch ist einzigartig; so etwas gab es bisher nicht“, sagt Dr. Kira Kultus vom Institut für Agrar- und Stadtökologische Projekte (IASP) der Berliner Humboldt-Universität. Die Wissenschaftlerin misst im Auftrag von CAVALLO die Stimmungen von zwei Pferd-Reiter-Paaren sowie einer Reitlehrerin (siehe unten). Praktisches Wissen übers Reiten bringt die Forscherin ebenfalls mit: Sie ist Pferdewirtin und hat selbst vier Pferde.

Die Messung erfasst Hautwiderstand, Hautpotenzial und Muskelspannung bei Mensch und Tier. Daran lässt sich ablesen, wie Pferd und Reiter emotional, geistig und muskulär reagieren. Dabei verändern sich Vorgänge im Körperinneren, was als Regulation bezeichnet wird. Diese Regulation lässt sich, je nach Geschwindigkeit und Qualität, einem Befinden zuordnen. Es gibt vier Grundstimmungen: 1. Wohlbefinden: langsam regulierter (deaktivierter), gesunder Zustand. 2. Freude: schnell regulierter (aktivierter), gesunder Zustand. 3. Traurigkeit: langsam regulierter (deaktivierter), krankhafter Zustand. 4. Ärger/Wut/Aggression: schnell regulierter (aktivierter), krankhafter Zustand. Diese Stimmungen haben viele Facetten: Allein für Freude gibt‘s vier Varianten.

Dazwischen liegen diverse sogenannte Übergangszustände wie Angst und Unsicherheit. Denken Sie an einen Galopp übers Stoppelfeld: Haben Sie Spaß daran, sind Sie schnell und gut reguliert. Trauen Sie sich das Tempo nicht zu, fühlen Sie sich unsicher. Sie sind vielleicht ebenfalls schnell, aber schlechter reguliert. Das kann bis zur Blockade reichen: Das Herz pocht bis zum Hals, aber Sie erstarren innerlich wie das Reh im Scheinwerferlicht. Pferde fühlen genauso.

Fotostrecke: Fotostrecke: Freiheitsdressur mit Kenzie Dysli

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CAVALLO Kenzie Dysli Foto: Springfeldt
CAVALLO Kenzie Dysli Foto: Springfeldt
CAVALLO Kenzie Dysli Foto: Springfeldt

Fotostrecke: Pferde-Ausbildung: Schneller lernen durch gute Stimmung

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CAVALLO Stimmung Horsemanship Florian Oberparleiter Foto: Udo Schönewald
CAVALLO Stimmung Horsemanship Florian Oberparleiter Foto: Udo Schönewald
CAVALLO Stimmung Horsemanship Florian Oberparleiter Foto: Udo Schönewald

01.05.2016
Autor: Cavallo
© CAVALLO
Ausgabe 06/2012