So steuern Sie die Stimmung Ihres Pferds

Wie reagieren Pferde auf eine gelungene Lektion?

Färben Gefühle des Reiters aufs Pferd ab? Ein CAVALLO Experiment zeigt, wie sich beide beeinflussen, was sie stresst oder entspannt.

 

CAVALLO Gefühle Pferd Reiter Dressur Pferdeausbildung
Foto: Lisa Rädlein Ein kurzes Tätscheln am Hals hebt beim Pferd nicht die Stimmung. Loben scheint nur Laune zu machen, wenn der Reiter sein Pferd intensiv liebkost.

Erfolge streicheln das menschliche Gemüt und sorgen für gute Laune. Doch verbessern sie auch die Stimmung des Pferds?

Beim Pferd: Das Pferd weiß nicht, ob eine Lektion gelungen ist oder nicht. Es reagiert zunächst nur auf die Übung selbst. Galoppzirkel im leichten Sitz, mit denen die Reiterin zufrieden ist, heben beim Pony nicht die Stimmung. „Während des Galopps tritt bei dem Pferd muskulär komplette Deaktivierung ein, was auf Überanstrengung beziehungsweise Erschöpfung hinweist“, sagt Kira Kultus. Auch geistig und emotional ist es bei den Galoppzirkeln wenig aktiv; womöglich, weil es die Übung kennt und seinen Job macht. „Es kann sich aber auch um einen Hinweis auf generelle Erschöpfung handeln“, meint Kultus. Vielleicht ist es durch die gerade erst beendete, eher anstrengende Arbeit unter der Reitlehrerin geschafft. Das Tief hält sich aber nicht lange: Im weiteren Verlauf der Reitstunde folgt das Pony der Reiterin immer stärker in deren nun deutlich entspanntere Stimmung.

Beim Reiter: Die Ponyreiterin kennt das Galoppieren im leichten Sitz; es strengt sie weder körperlich noch geistig sonderlich an. Emotional reagiert sie jedoch sehr erregt, was Kultus als starke Freude interpretiert.

Praxis-Tipp: Nach einer schwierigeren Übung braucht Ihr Pferd körperlich wie mental eine Pause. Nur dann kann es Spaß an der nächsten Lektion finden – und sich von Ihrer guten Laune anstecken zu lassen.

Wie reagieren Pferd und Reiter auf einen kleinen Sprung?

Kleine Hüpfer gelten beim Pferdetraining als kräftiger Motivationsschub. Funktioniert das selbst mit einem unsicheren Reiter?

Beim Pferd: Das Pony ist laut seiner Besitzerin schon öfter gesprungen. Es hat heute offensichtlich Spaß daran, die Stangen im Trab oder Galopp zu nehmen. Den Eindruck beim Zuschauen bestätigt die Messung. „Bei der Cavalettiarbeit treten bei dem Pferd keine negativen Gemütszustände auf, die auf Überlastung hinweisen“, stellt Kira Kultus fest. Es ist der Aufgabe gewachsen. Emotional ist das Tier aktiviert: Es freut sich.

Beim Reiter: Die Reiterin traut sich das Cavaletti zu, stuft sich beim Springen aber selbst als eher unerfahren ein. Das spiegelt die Messung: Sie ist geistig beansprucht und emotional unsicher. Nachdem sie die Hürde gemeistert hat, braucht man zur Stimmungsanalyse keine Sensoren. Man muss sich nur ihr freudestrahlendes Gesicht anschauen.

Praxis-Tipp: Bauen Sie in Ihre Dressurarbeit immer mal wieder ein paar lockere Sprünge ein. Lassen Sie Ihr Pferd zwischendurch auch freispringen.

Fotostrecke: Fotostrecke: Freiheitsdressur mit Kenzie Dysli

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CAVALLO Kenzie Dysli Foto: Springfeldt
CAVALLO Kenzie Dysli Foto: Springfeldt
CAVALLO Kenzie Dysli Foto: Springfeldt

Fotostrecke: Pferde-Ausbildung: Schneller lernen durch gute Stimmung

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CAVALLO Stimmung Horsemanship Florian Oberparleiter Foto: Udo Schönewald
CAVALLO Stimmung Horsemanship Florian Oberparleiter Foto: Udo Schönewald
CAVALLO Stimmung Horsemanship Florian Oberparleiter Foto: Udo Schönewald

01.05.2016
Autor: Cavallo
© CAVALLO
Ausgabe 06/2012