So steuern Sie die Stimmung Ihres Pferds

Wie reagieren Pferde aufs Loben?

Färben Gefühle des Reiters aufs Pferd ab? Ein CAVALLO Experiment zeigt, wie sich beide beeinflussen, was sie stresst oder entspannt.

 

CAVALLO Gefühle Pferd Reiter Dressur Pferdeausbildung
Foto: Lisa Rädlein Ein kurzes Tätscheln am Hals hebt beim Pferd nicht die Stimmung. Loben scheint nur Laune zu machen, wenn der Reiter sein Pferd intensiv liebkost.

Wer für seine Leistung gelobt wird, freut sich. Das weiß jeder Mensch aus eigener Erfahrung. Doch empfinden Pferde genauso?

Beim Pferd: Nach den gelungenen Sprüngen am Schluss der Stunde soll die Reiterin ihr Pony loben – vom kurzen Tätscheln über stärkeres Streicheln bis hin zum übertriebenen Klopfen auf den Hals. Tatsächlich klopft sie längst nicht so heftig, wie dies bei manchen Reitern zu beobachten ist. Ihr „übertriebenes“ Lob ist ein intensives, aber eher sanftes Tätscheln. „Die Messwerte sprechen für eine überwiegend emotionale Reaktion beim intensiven Loben“, sagt Kira Kultus. Das Pony scheint sich zu freuen. „Da das Loben nur 20 Sekunden dauerte, lässt sich nur ein Regulationszustand im muskulären, kognitiven und emotionalen Bereich ermitteln. Es ist daher nicht sicher, ob dies fürs Loben repräsentativ ist“, schränkt die Forscherin ein. Auffällig ist, dass ein kurzes Tätscheln sich nicht auf die Regulationsgeschwindigkeit des Pferds und damit aufs Befinden auswirkt.

Praxis-Tipp: Loben Sie Ihr Pferd bewusst länger. Streicheln Sie es intensiv, ohne auf seinem Hals herumzuklopfen.

Resumee des Experiments

„Das Pferd stellt sich tatsächlich auf den Reiter ein, nicht umgekehrt“, sagt Dr. Kira Kultus. Das Pony-Reiter-Paar harmoniert besser als der Friese und seine Reiterin, obschon die Beziehung geprägt ist von Unsicherheit. Die unerfahrene Ponyreiterin ist oft zaghaft und kann sich dem Pferd nicht verständlich machen, wodurch dieses unsicher wird. Beziehungen zwischen Reiter und Reitlehrer zeichnen sich ab, müssten aber intensiver erforscht werden.

Der Blick ins Innere von Pferd und Mensch bestätigt: Der Reiter hat es in der Hand, ob sich das Pferd wohl fühlt, freudig mitarbeitet und nicht nur seinen Job macht. Reiten Sie fein, wecken Sie das Interesse des Pferds mit abwechslungsreichem Training, und bringen Sie sich selbst in gute Stimmung.

Fotostrecke: Fotostrecke: Freiheitsdressur mit Kenzie Dysli

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CAVALLO Kenzie Dysli Foto: Springfeldt
CAVALLO Kenzie Dysli Foto: Springfeldt
CAVALLO Kenzie Dysli Foto: Springfeldt

Fotostrecke: Pferde-Ausbildung: Schneller lernen durch gute Stimmung

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CAVALLO Stimmung Horsemanship Florian Oberparleiter Foto: Udo Schönewald
CAVALLO Stimmung Horsemanship Florian Oberparleiter Foto: Udo Schönewald
CAVALLO Stimmung Horsemanship Florian Oberparleiter Foto: Udo Schönewald

01.05.2016
Autor: Cavallo
© CAVALLO
Ausgabe 06/2012