Freiheitsdressur: Pferdetrainerin Kenzie Dysli im Porträt

Kenzie Dysli - Kind bekannter Pferdeleute

Faszination Freiheitsdressur: Pferde mit leisen Tönen und leichten Signalen frei zu dirigieren, ist ein Traum. Pferdetrainerin Kenzie Dysli beweist, dass er sich mit dem Feeling für die eigene Körpersprache erfüllt. Plus Trainings-Tipps!

Deswegen ließ sie die Übung des Steigens bei James zunächst komplett weg. Dann begann sie systematisch, James auf ein Stimmkommando kombiniert mit einer Gertenhilfe zu trainieren. Stieg er, belohnte ich ihn. Danach war das Problem, dass er unaufgefordert auf zwei Beinen stand, beseitigt. "Und bei Atila wusste ich es schon besser“, sagt Kenzie. „Aus meinen Fehlern habe ich am meisten gelernt.

Die Eltern ließen ihre Tochter gewähren – im Großen und Ganzen zumindest. „Einmal unterrichtete mein Vater von einem Hengst aus einen Reiter auf einer rossigen Stute. Ich kam mit James auf den Platz. Plötzlich stieg er kerzengerade“, erinnert sich Kenzie. Am nächsten Tag war James ein Wallach. „Ich war so wütend auf meinen Vater, habe wochenlang nicht mit ihm gesprochen.“ Und die Geschichte zog noch weitere Kreise. Denn Kenzie wusste seitdem, wie viel Spaß es macht, auf einem steigenden Pferd zu sitzen. „Weil mein Vater strikt dagegen war, trainierte ich dann heimlich in abgelegenen Olivenhainen“, erzählt sie. Den ersten großen Auftritt hatte das Paar bei der Messe Equisur in Jerez. James und Kenzie starteten direkt nach den Stars der Doma Vaquera, die, wie in Spanien üblich, mit scharfen Gebissen und reichlich Macho-Gehabe auftraten. Kenzie ritt mit James dieselben Lektionen – ohne Sattel und Zaumzeug. Zum Schluss legte sich James vertrauensvoll hin. Das Publikum tobte.

Solche Auftritte verschafften ihr Respekt in der von Männern dominierten Reitszene Spaniens. „Die Pro‹fis akzeptieren mich mittlerweile. Nur die Möchtegern-Vaqueros, die ‹finden uns natürlich blöd“, sagt Kenzie. Das liegt vielleicht auch am Nachnamen, der für Kenzie Fluch und Segen zugleich ist. „Natürlich ist mein Vater sehr bekannt, und der Name Dysli war ein Türöffner. Bei Messen zum Beispiel, wenn es darum ging, bei der Galashow aufzutreten“, gibt Kenzie zu. Andererseits hängt die Messlatte hoch. „Es wird sehr viel erwartet, entsprechend groß ist der Druck“, sagt die 20-Jährige. Nicht zuletzt, weil jeder prominente Ausbilder seine Kritiker hat. „Die unterscheiden manchmal nicht zwischen meinem Vater und mir.“

Glücklicherweise komme das aber nur selten vor. Inzwischen bildet Kenzie selbst Reiter aus. Bisher allerdings nur in Ausnahme™fällen und auf besonderen Wunsch der Reitgäste der Hacienda Buena Suerte. Am 12. Mai 2012 lehrte sie exklusiv für CAVALLO-Leser auch in Deutschland – und zeigt erstmals ihren Weg zur natürlichen Dressur in einem Workshop der neuen CAVALLO Academy.

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Video: CAVALLO-Seminar mit Kenzie Dysli




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CAVALLO Kenzie Dysli Foto: Springfeldt
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CAVALLO Magnifico André Heller Foto: Gabo/Rigaud
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CAVALLO Pignon Foto: Rädlein
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01.06.2012
Autor: Redaktion CAVALLO / Ana Springfeldt
© CAVALLO
Ausgabe 03/2012