Freiheitsdressur: Sechs professionelle Pferde-Trainer im Test
Ausbilder für Freiheitsdressur im Test
Einfach flüstern war gestern. Heute lehren Pferde-Profis die Freiheits-Dressur mit System. CAVALLO hat sechs Trainer auf die Probe gestellt. Plus Trainings-Tipps!
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Sie haben das gewisse Etwas: Menschen, die scheinbar durch ihr Charisma Pferde so anziehen, dass die alles für sie tun würden. PR-Strategen machten aus solchen Typen Pferdeflüsterer. Der normale Reiter bestaunt ihre Show und sehnt sich danach, einen ebenso feinen Draht zu seinem Pferd zu knüpfen.
Doch statt Flüsterei, Mystik oder ominöser Schwingungen steckt zumindest bei seriösen Ausbildern ein handfestes, durchdachtes Konzept hinter der Kommunikation mit dem Pferd. Viele bieten Kurse an, in denen Pferd und Reiter die Kunst des Miteinanders lernen.
Als Fernziel peilen alle die Freiheitsdressur oder das Reiten ohne Sattel und Zaum an – die größte Herausforderung in der Arbeit mit Pferden, weil der unsichtbare Draht zum Pferd ein Höchstmaß an klarer Kommunikation fordert. Das Pferd soll dabei freiwillig „online“ bleiben, wie etwa Trainer Hans-Jürgen Neuhauser plakativ beschreibt.
Er ist einer von sechs Profis verschiedener Schulen, die CAVALLO zu einem Experiment lud: Alle sollten an einem fremden Pferd demonstrieren, wie sie Kontakt knüpfen, dessen Signale lesen und es binnen einer Stunde ohne Strick oder Zügel lenken.
Während der eine auf perfekte Körpersprache setzt, schwört der andere auf klassische Peitschensignale. Nicht jede Methode passt perfekt zu jedem Pferd und Besitzer. Für welche Methode man sich auch entscheidet, eins gilt für alle: Freiheitsdressur und Kommunikation mit Pferden verlangt konzentrierte Arbeit und regelmäßiges Üben. Wer beginnen möchte, sollte dem Profi seiner Wahl bei der Arbeit zuschauen, ehe er ihm sein Pferd anvertraut.
Das CAVALLO-Testpferd, Araber-Appaloosa-Stute Maya (10), war nur bedingt bestechlich: Mal schaltete sie sofort auf Empfang, mal schob sie Dienst nach Vorschrift. Wie würde Ihr Pferd wohl reagieren? Was passt ihm, was nicht? Probieren Sie es anhand der sechs Konzepte aus. Mit welchem System Sie den unsichtbarsten Draht spannen können, entscheidet nämlich immer noch Ihr Pferd.
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