Ausdauer für Pferde: So bekommt Ihr Pferd Kondition

Ausdauer-Training für fitte Pferde

Kondition Ausdauer Fitness Dressur Gelände
Foto: Christiane Slawik
Knackige Muckis, reichlich Ausdauer und beweglich wie ein Flummi: CAVALLO zeigt, wie Sie Ihr Pferd mit Konditions-Training fit machen und dabei viel Spaß haben!

 

Kondition Ausdauer Fitness Dressur Gelände
Foto: Christiane Slawik Ganz schön spritzig: Die Reiterin genießt den Galopp durchs Wasser auf ihrem fitten Pferd.

Geht Ihrem Pferd nach kurzem Galopp die Puste aus, könnten die Muckis am Hintern knackiger oder die Bewegungen elastischer sein? Dann ist es Zeit fürs Fitnesstraining. Mit den richtigen Tipps und Kniffen können Sie Ihr Pferd ganz leicht in Bestform bringen – und den Sommer mit Spazierritten durchs Gelände, Wandertouren oder dem Feilen an Lektionen genießen. Wie Sie Kraft, Ausdauer und Beweglichkeit Ihres Pferds optimal trainieren und was beim Training im Körper passiert, erklären Tierärzte, Physiotherapeuten und Ausbilder.

Jedes Reitpferd braucht eine gute Grundkondition. Das klingt erstmal nach ermüdendem Krafftraining. Doch keine Sorge: Sie müssen keinen eintönigen Vier-Wochen-Fitness-Plan durchackern. Im Gegenteil: Je individueller Sie beim Training auf Ihr Pferd und seine Stärken eingehen, desto besser. Manche Tiere sind geborene Sprinter und Kraftpakete, anderen liegt eher die lange Distanz.

Ob sich ein Pferd besonders gut fürs Springen eignet, in der Dressur glänzt oder im Distanzsport erfolgreich wird, lässt sich durchs Training steuern, allerdings nur bedingt. Denn Muskeln, die speziell für die Ausdauer taugen, sind anders gestrickt als Muskeln für Schnellkraft. Welche Fasern im Pferd besonders ausgeprägt sind, ist in der Zucht verankert. Ausdauertypen wie Araber haben viele rote Muskelfasern, die ihre Energie aus Sauerstoff gewinnen. Sie kontrahieren und ermüden langsam. Sprinter wie Quarter Horses haben viele weiße Muskelfasern, die für Tempo sorgen, aber rasch erschlaffen.

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Foto: Döringshoff

„Der Pferdeorganismus kann sich bis zu einem bestimmten Grad an Belastungen anpassen“, sagt Ralf Döringshoff, Pferdewirt und Pferdephysiotherapeut aus dem niedersächsischen Rinteln. Eine Trainingsstunde mit einer halben Stunde Schritt,20 Minuten Trab und 10 Minuten Galopp sollte jedes Pferd packen. Wichtig ist der Wechsel zwischen Belastung und Erholung (Intervalltraining). Spring- und Dressurprüfungen dauern kaum mehr als zehn Minuten, länger sollte auch die Belastungsphase im Training nicht dauern.

Ist das Pferd müde, bringt trainieren nichts. Für Ralf Döringshoff ist die Nickbewegung von Kopf und Hals im Schritt entscheidend. „Fehlt sie nach einer Trab- oder Galopp-Phase, braucht das Pferd eine Pause“, sagt er. „Achten Sie auf die Atmung: Nach zehn Minuten Schritt am langen Zügel sollte das Pferd wieder gleichmäßig atmen.“ Wie Training sinnvoll aufgebaut wird, zeigt die Grafik.

Ziel:
Training soll den Körper des Pferds an die geforderte Leistung anpassen, ohne das Tier physisch oder psychisch zu überfordern. Das Leistungsniveau wächst durch regelmäßige Wiederholungen und langsames Steigern der Belastung.

Fotostrecke: Fotokurs: Dressurrreiten mit Schwung

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Schwung - Reiten Beispiel 1.1 Foto: Rädlein
Schwung - Reiten Beispiel 1.2 Foto: Rädlein
Schwung - Reiten Beispiel 1.3 Foto: Rädlein

Fotostrecke: Fotostrecke: Lektionen für die Hinterhand

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Hinterhand Dressur Tragkraft Foto: Lisa Rädlein
Hinterhand Dressur Tragkraft Foto: Lisa Rädlein
Hinterhand Dressur Tragkraft Foto: Lisa Rädlein

12.09.2012
Autor: Cathrin Flößer
© CAVALLO
Ausgabe 12/2011