Einmal um die ganze Welt - Abenteuerreiter Günter Wamser im CAVALLO-Interview


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CAVALLO Weltumreiter Günter Wamser
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Der Abenteuerreiter Günter Wamser begann 1994 eine Reise von Feuerland bis Alaska. Zusammen mit seinen Pferden legte er 30.000 Kilometer zurück. Anfang September erreichte er Alaska. Im CAVALLO- Interview breichtet er von seinen Erlebnissen.

CAVALLO: Wie sind Sie auf die Idee gekommen mit Pferden quer durch Amerika zu reiten?

WAMSER: Die Idee entwickelte sich über viele Jahre. Vor 25 Jahren startete ich zu einer Motorradreise quer durch Amerika. Als ich in Guatemala ankam, erfüllte ich mir einen Kindheitstraum, kaufte mir ein Pferd und ritt ich quer durch das Land. Dieses langsame Reisen mit Pferden faszinierte mich. Plötzlich sah ich nicht nur die grandiose Landschaft, sondern konnte auch Details erkennen und genießen.

CAVALLO: Wie haben Sie und Ihre Pferde die Ankunft nach 20 Jahren Reise am Zielort erlebt?

WAMSER: Es war kein Gefühl von Triumph und Euphorie, sondern ich empfand tiefe Zufriedenheit. Unsere Pferde haben sofort gemerkt, dass das Nomadenleben ein Ende hat. Für sie haben wir ein kleines Pferdeparadies gefunden. Als wir sie auf ihre Koppel ließen und die Halfter abmachten, sprangen Dino, Azabache, Rusty und Lightfoot wie junge Fohlen über die Wiese. Sie haben gespürt, dass sie ab sofort nur noch fressen, schlafen und spielen können.

CAVALLO: Was ist Ihnen aus den 20 Jahren am besten in Erinnerung geblieben?

WAMSER: Highlights gab es viele. Doch darum ging es auf der Reise nicht. Wie im normalen Leben auch, sind es die kleinen Dinge, auf die es ankommt, wie zum Beispiel einen guten und futterreichen Lagerplatz für mich und meine Pferde zu finden, wo sich die Pferde genüsslich und zufrieden im hohen Gras wälzen können. Leider gab es auch Momente großer Trauer. Am härtesten war als meine Hündin Liesel in Costa Rica von einer Schlange gebissen wurde. Sie starb in meinen Armen. Ich hatte keine Chance ihr zu helfen.

CAVALLO: Mit welchen Pferden waren Sie unterwegs?

WAMSER: Von Argentinien bis Mexiko war ich mit meinen beiden Criollos Rebelde und Gaucho unterwegs. In Mittelamerika waren meine Criollos durch eine Krankheit, die durch Zecken übertragen wird, geschwächt. Deswegen durften die beiden nicht in die USA einreisen, auch wenn sie zu diesem Zeitpunkt längst wieder gesund waren. Rebelde und Gaucho genießen heute ihren Ruhestand auf der Ranch eines befreundeten Tierarztes in Mexico. Ab den USA waren Sonja und ich mit den Mustangs Dino, Azabache, Rusty und Lightfoot unterwegs. Rassebegingt waren sie wie geschaffen für meine Reise. Denn Criollos und Mustangs haben Härte, Ausdauer und Genügsamkeit.

CAVALLO: Was haben Sie gemacht, wenn die Pferde nicht reitbar waren?

WAMSER: Vor allem in den Tropen sind die Pferde immer wieder mal an tropischen Infekten erkrankt. Dann haben wir sie gepflegt und gewartet, bis sie wieder gesund waren. Auf unserem Ritt durch die Wildnis Nordamerikas hatten wir wohl einen Schutzengel, denn unsere Pferde sind in all den Jahren nie krank geworden.

CAVALLO: Was ist das Faszinierende am Reisen mit Pferden?

WAMSER: Pferde sind während so einer Reise Weggefährten und Freunde. Wenn man Tag und Nacht mit seinen Pferden zusammen ist, dann entsteht eine emotionale Bindung. Die Pferde sind von uns abhängig, sie vertrauen uns und wir sind für sie verantwortlich. Durch die gemeinsamen Erlebnisse und die Strapazen, die wir zusammen mit unseren Pferden überstanden haben, sind wir ein starkes Team geworden.

CAVALLO: Würden Sie sich wieder für ein solches Abenteuer entscheiden?

WAMSER: Ich habe meine Entscheidung nie bereut. Für mich war immer klar, würde ich eines Tages nicht mehr hinter der Sache stehen, dann würde ich sofort aufhören. Es ging mir nie darum, etwas zu beweisen, weder mir selbst noch irgendjemand anderem.

CAVALLO: Wie haben Sie Ihre Reise finanziert?

WAMSER: Die Finanzierung ist nur ein Problem von vielen, das man in den Griff bekommen muss. Ich hatte anfangs nicht genug Geld für die gesamte Reise, aber es reichte, um sie zu beginnen. Unterwegs arbeitete ich für Futter und einen Lagerplatz. Ich war bereit auf alles Unnötige zu verzichten. Mein Weg die Reise zu finanzieren, hat sich über viele Jahre entwickelt. Ich lebe heute von meinen Büchern und Vorträgen.

CAVALLO: Ist es auf so einer außergewöhnlichen Reise möglich eine Partnerin zu haben?

WAMSER: Eine Beziehung ist auf so einer Reise gut möglich. Das funktioniert aber nur, wenn der andere die Reise nicht dem anderen zuliebe macht. Ich hatte gleich zweimal das Glück, die richtige Partnerin zu finden. Von Ecuador bis Mexiko begleitete mich meine Lebensgefährtin Barbara Kohmanns. Seit sieben Jahren ist Sonja Endlweber meine Partnerin.

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Foto: Anna-Lena Weigel
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CAVALLO Bivignano Foto: www.bivignano.com
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