Wanderreiten: Mit Pferden auf Tour

Reiten nach Plan

Wanderreiten macht glücklich: 65 Tage, 1700 Kilometer auf dem Pferderücken – Fotograf Florian Wagner ritt von der Zugspitze nach Sylt. Sein Fazit: Die wahre Exotik liegt direkt vor der Haustür.

 

CAVALLO Florian Wagner Wanderritt Wanderreiten
Foto: Florian Wagner Ohne Logistik und Team läuft gar nichts.

Beim Wanderritt durch Deutschland wurde es ausgerechnet im Pferdeland Schleswig-Holstein etwas unangenehmer. „In Lübeck rückte uns ein besonders eifriger Polizist auf die Pelle, weil wir angeblich mit einem Großaufgebot unerlaubt in einem Naturschutzgebiet gezeltet hatten“, sagt Wagner. Der obligatorische Ritt durchs Holstentor, dem Wahrzeichen der Hansestadt, war hingegen unproblematisch. „Manche Leute dachten allerdings, dass wir Werbung für die Karl-May-Festspiele in Bad Segeberg machen.“ Im nahegelegenen Travemünde, der Flaniermeile der Hamburger, rastete ein gut gekleideter Herr beim Anblick der Pferde aus. „Erst warf er uns böse Blicke zu, dann zeigte er uns den Stinkefinger und pöbelte herum.“ Der Grund: Eines der Pferde hatte auf die Strandpromenade geäppelt.

Ärger von außen ist eine Sache, doch wie steht es mit Zoff in der Gruppe? „Den gab es zum Glück nur selten“, sagt Florian Wagner. Sein Tipp zur Konfliktlösung: „Reden. Und Kaffee. Der ist kriegsentscheidend, besonders, wenn man morgens um fünf Uhr raus muss.“ Früh aufstehen muss er ein Jahr nach dem Deutschlandritt immer noch. Zumindest einmal die Woche. „Früher habe ich in München gewohnt und bin nur am Wochenende zu den Pferden aufs Land“, erzählt Wagner. Seit dem Ritt versucht er, alle Termine in der Stadt an einem Tag zu erledigen und möglichst viel Zeit mit Rooh, Soloma und Hündin Blika zu verbringen – ausreiten, schauen, entspannen.

„Eigentlich sind bei meinem Job zwei Pferde Quatsch“, gesteht Florian Wagner. Als Fotograf müsse er schnell auf Aufträge reagieren und sei viel unterwegs. Aber die Pferde seien gut untergebracht. „Und ich möchte sie einfach nicht mehr missen.“ Bleibt noch eine Sache zum Schluss: „Zwei Tage“, sagt Wagner. So lange schmerze der Hintern nach Beginn einer Reittour. „Am dritten wird es besser, am vierten Tag hat man sich daran gewöhnt.“ Den Pferden sei es übrigens ähnlich gegangen. „Aber das wollte kaum jemand wissen.“

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Einmal von Süd nach Nord

Florian Wagner und sein Team starteten in der Nähe der Zugspitze, ritten durch Bayern, Thüringen, Sachsen, Sachsen-Anhalt, Brandenburg, Niedersachsen, Hamburg und Schleswig-Holstein. Nach 1720 Kilometern und 65 Tagen erreichten sie die Halbinsel Ellenbogen auf Sylt, den nördlichsten Teil Deutschlands. Während die Pferde im Anhänger nach Hause fuhren, flog Wagner die Strecke im Helikopter zurück.

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Fotostrecke: Fotostrecke: Richtig trainieren für Reittouren

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Wanderreiten Foto: Lisa Rädlein
Wanderreiten Foto: Lisa Rädlein
Wanderreiten Foto: Lisa Rädlein

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CAVALLO Bivignano Foto: www.bivignano.com
CAVALLO Bivignano Foto: www.bivignano.com
CAVALLO Bivignano Foto: www.bivignano.com

Fotostrecke: Wanderritt: Dolomiten durchreiten mit Pferden

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Mit dem Pferd durch die Dolomiten Foto: Ben Wiesenfarth
Mit dem Pferd durch die Dolomiten Foto: Ben Wiesenfarth
Mit dem Pferd durch die Dolomiten Foto: Ben Wiesenfarth

19.02.2015
Autor: John Patrick Mikisch
© CAVALLO